Abbruchrisiko an der Kreideküste
Jasmund (DR). Uferabbrüche an der Kreideküste sind unmöglich vorherzusagen. Aber wann das Risiko etwas größer ist als sonst, das lässt sich einschätzen. Jetzt ist so eine Zeit. Seit vielen Wochen steckt der Frost im Boden, und nun setzt allmählich Tauwetter ein. Der tägliche Wechsel von Frost und Tauwetter gehört aber zu den wichtigsten Ursachen für Uferabbrüche (sofern es noch richtige Winter gibt). Bisher ist es dazu noch nicht gekommen. Aber es rieselt und bröckelt überall, und wer in den nächsten Tagen und Wochen unter den Kreidefelsen spazieren geht, sollte besonders aufmerksam sein und den Blick gelegentlich auch in die Höhe richten. Immerhin: Der Frost wirkt vor allem an der Oberfläche. Vielerorts sind die äußeren Schichten der Kreide vom Frost abgehoben und bröckeln nun ab wie alter Putz von einer Hauswand. Damit fällt auch alles ab, was sich an Moosen, Algen, vom Regen herabgewaschenem Mergel usw. auf der Kreide angesetzt hat. So werden die Kreidefelsen bald wieder in frischem Weiß leuchten.
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