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Dieser Artikel wurde am 09. Februar 2011 um 03:36 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Zweiter CASTOR auf dem Weg

Umstrittener Transport rollt am 16. Februar nach Lubmin

Greifswald/Rügen (gü). Der zweite CASTOR-Transport kommt! Am 12. Februar sollen mit einem Zug 140 Glaskokillen mit 60.000 Litern Plutoniumbrühe in das Zwischenlager Nord bei Lubmin gebracht werden. Der Atomabfall war beim Betrieb der Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe angefallen und soll nun zwischengelagert werden. Am gestrigen Dienstag trafen sich auf Einladung der Parteien Bündnis90/Die Grünen und DIE LINKE sowie der Wählergemeinschaft Bündnis für Rügen Gegner der Atomtransporte. Zu Gast am gestrigen Abend war Prof. Wolfgang Methling (DIE LINKE), der ehemalige Umweltminister und Fraktionsführer seiner Partei im Schweriner Landtag. Er informierte die Anwesenden über Hintergründe und Gefährdungspotenziale, die vom eingelagerten Atommüll ausgehen könnten.

Unterdessen wird erwartet, dass es am kommenden Sonnabend wieder zu Protesten von Atomkraftgegnern gegen den CASTOR kommen wird. Bereits seit einigen Wochen haben Bundespolizei und weitere Sicherheitskräfte die Bahntrasse mit Absperrungen versehen, so dass eine Behinderung des Zuges durch Sitzblockaden beispielsweise nicht erfolgen kann. Wie viele Demonstranten erwartet werden und wie die Aktionen aussehen könnten, um den Transport zu stören und/oder kurz- bzw. mittelfristig zu stoppen, war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht klar. Einige der Teilnehmer am gestrigen Dienstagabend haben allerdings angekündigt, als Demonstranten nach Greifswald und Lubmin fahren zu wollen, um die Gegner vor Ort bei den Demonstrationen zu unterstützen. Unterdessen haben sich die Parteien im Landtag CDU, DIE LINKE, FDP und SPD in einem gemeinsamen Antrag gegen die unbefristete Lagerung von Atommüll im Zwischenlager Nord ausgesprochen.

Darauf verständigten sich die Parlamentarier Ende Januar während einer Landtagssitzung. Hierzu erklärt CDU-Fraktionschef Harry Glawe: „Das ZLN ist als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Stoffe nicht zugelassen und auch nicht geeignet. Es gibt in Deutschland mit dem Schacht Konrad ein genehmigtes und durch alle Gerichtsinstanzen bestätigtes Endlager für diese Stoffe. Nach letztinstanzlicher Bestätigung von 2007 wurde mit der Errichtung der technischen Anlagen für die Endlagerung begonnen. Ich erwarte, dass Schacht Konrad spätestens 2015 in Betrieb geht. Dann ist ausreichend Zeit vorhanden, um das ZLN zu leeren. Klar ist: 2039 ist im ZLN Schluss!“ Im ZLN soll zudem noch das Reaktorgehäuse des Atom-Forschungsfrachters „Otto Hahn“ eingelagert werden.