Zwei Millionen Übernachtungen für Binz in 2007?
Kurdirektor Horst Graf sieht „95-prozentige Chance“ nach 2005
Ostseebad Binz (gü). „Wir hatten eine durchaus erfolgreiche Saison und ein zufriedenstellendes Jahr 2007“, sagte Kurdirektor Horst Graf am Montag dieser Woche im Betriebsausschuss Kurverwaltung der Gemeindevertretung. Graf rechnet „zu 95 Prozent damit, dass die Zwei-Millionen-Marke bei den Übernachtungen nach 2005 wieder geknackt werden kann“. Noch sind aber nicht alle Kurkarten abgerechnet, so dass eine genaue Information Ende Januar oder Anfang Februar erst vorliegen wird. Von den guten Übernachtungszahlen profitiert auch der Haushalt des kommunalen Eigenbetriebes. Dieser schließt nach Aussagen von Graf mit „einem fünfstelligen Ergebnis im Plusbereich für 2007 ab“, so der Kurdirektor, der seit Juni das Ruder von Petra Wolter im größten Rügener Seebad übernommen hat.
Neue Internet-Präsenz bringt erhöhte Resonanz
Horst Graf schildert den anwesenden Ausschussmitgliedern das abgelaufene Jahr. Hierbei verwies er darauf, dass beispielsweise 85 Konzerte auf dem Kurplatz stattgefunden haben. Des weiteren haben sich im letzten Jahr 27 Brautpaare vom Hochzeitsservice der Kurverwaltung den schönsten Tag im Leben ausrichten lassen. „Viele von den Brautleuten kannten Binz und die Insel gar nicht“, so Graf weiter. In diesem Zusammenhang konnten über 500 zusätzliche Übernachtungsgäste für Binz gewonnen werden. Besonders erfreulich ist die zudem die Akzeptanz der neuen Internetpräsenz. Diese wurde neu gestaltet, mit einer einfacheren Navigation versehen. So haben im abgelaufenen Jahr rund 755.000 User die Plattform im WorldWideWeb genutzt. Im Jahr 2006 waren es hingegen „lediglich“ rund 542.000 User. „Hier können wir rund 40 Prozent Steigerung bei den Zugriffen vermelden“, so der Kurdirektor. Ein „kleines Sorgenkind“ ist das Verschicken von Katalogen auf dem Postweg. Wurden in 2007 rund 22.400 Stück versandt, waren dies gerade einmal 1.400 Stück als im Jahr 2006. „Merkwürdigerweise schwankt diese Zahl extrem“, stellte Graf weiter fest. Im Jahr 2005 wurden gerade einmal rund 17.000 Stück an interessierte Gäste verschickt. Im Jahr 2004 waren es rund 25.000 Stück, im davorliegenden Jahr 2003 waren es allerdings rund 33.000 Stück, wie er die Statistik bemühte.
Gute Zahlen beim „Haus des Gastes“ erreicht
Beim „Haus des Gastes“ der Kurverwaltung konnte Graf erfreuliche Zahlen verkünden. Hier wurden im alten Jahr rund 55.000 Euro eingenommen, immerhin 52.000 Euro ausgegeben. Ein positiver Abschluss, konstatierte der Kurdirektor gegenüber den Anwesenden. Im neuen Jahr wird es bei gewissen Veranstaltungen Änderungen geben. So wird der Tanzabend „Kesse Sohle“ gestrichen, wie Graf informierte. Stattdessen sollen mehr Veranstaltungen mit Kleinkunst und Kabarett in das Programm der Kurverwaltung aufgenommen werden. Auch bei den Großveranstaltungen wird es Änderungen geben. Für das Streichen des Schlossfestes Granitz, des Blues-Festivals „Blue Wabe“ und des Volleyball-Beach-Cups war Graf in den letzten Wochen arg in die Kritik Binzer Hoteliers und politischer Verantwortungsträger geraten.
„Sorge um Großveranstaltungen unter Hoteliers“
Der anwesende Hotelier Arne Kujawski äußerte - wohl auch im Namen seiner Hotelierskollegen - „große Sorge um wichtige Veranstaltungen, die abgesagt werden“. Das Schlossfest Granitz wurde in den zurückliegenden Jahren laut Graf mit einem „fünfstelligen Betrag von der Kurverwaltung gestützt. Das können wir uns auf Dauer nicht mehr leisten“, so der Kurdirektor. Nunmehr will der Betreiber der Gastronomie auf dem Jagdschloss Granitz das Fest auf eigene Rechnung weiterführen. „Wir werden als Kurverwaltung bei einem entsprechenden Konzept auch unseren Beitrag zum Schlossfest geben. Aber nicht mehr in der bisherigen Höhe“, so Graf weiter.
Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelten die Ausschussmitglieder nochmals die Veranstaltungen Blues-Festival „Blue Wabe“ und Volleyball-Beach-Cup. Die Entscheidungen waren bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht bekannt. Wie diese Zeitung aus informierten Kreisen erfahren konnte, sollte zumindest die Fortsetzung des Volleyball-Beach-Cups beschlossen werden. Wie es mit dem Blues-Festival weitergeht, ist übrigens nicht eine alleinige Entscheidung der Binzer. Hier hat sich Mitglieder des Kommunale Arbeitskreis Tourismus verständigt. Das sind die Kurverwaltungen Binz, Baabe, Göhren und Sellin sowie die Tourismusgesellschaft Kap Arkona. Zu diesem Thema lesen Sie in der kommenden Ausgabe ausführlich. Arne Kurowski hatte in seinen Ausführungen auch darauf hingewiesen, dass es mit diesen Veranstaltungen gelungen sei, das „Binzer Publikum zu verjüngen“. Er forderte Kurdirektor Horst Graf auf, künftig solche Entscheidungen „mit den Betroffenen im Vorfeld besser abzustimmen. Immerhin gab es einmal das Tourismuskonzept für Binz, das von einem Seebad von Welt spricht“, zitierte der Hotelier das Papier, das seiner Meinung nach mittlerweile „eingeschlafen ist“. Der ebenfalls anwesende Betreiber des Hotel „Ceres“, Moritz Lau-Engehausen, forderte eine „kulturelle Vielfalt für Binz. Auch wenn nicht immer alles greifbar und kostendeckend ist.“
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