Wo schafft B96n Arbeitsplätze?
Leserbrief von Holger Nebel aus Nipmerow
Die negative Berichterstattung gegenüber dem NABU in Person von Frau Preller kann ich so nicht gelten lassen. Im Gegenteil, wir können froh sein dass es hier engagierte Bürger gibt, die sich in vorgegebenen Fristen durch hunderte Akten wühlen müssen um bei dem Projekt auf dem laufendem zu bleiben. Ich kann jedem Rügener Bürger nur raten, sich die Planung im Verhältnis zum Ist- Zustand anzuschauen, um sich ein objektives Bild von dem Bauvorhaben zu machen.
Tut es wirklich Not wegen real 10! Wochen Hauptsaison die Natur derart zu zerschneiden um dann in den verstopften Bäderstraße im Stau zu stehen? Gibt es keine intelligentere Lösung wie z.B. die Verkehrsleitungen in Messestädten? - Zweispurig in der Zeit von 10 - 12 Uhr runter von der Insel, 12 Uhr bis 14 rauf usw.? Was ist mit Alternativen wie Autozug? Schauen wir nach Schweden, 3-spurig und damit variabel einsetzbar, ohne gigantische Bauarbeiten. Interessant ist die Argumentation vieler Befürworter, die B96n schaffe Arbeitsplätze. Wo denn? In Mukran? Der Umschlag wird die Arbeitslosenquote auf Rügen kaum senken. Im Gegenteil, die erfreuliche Entwicklung in Rambin wird zunichte gemacht, Teschenhagen wird unattraktiv für jegliches Gewerbe. Dort werden mehr Arbeitsplätze vernichtet als evtl. neu geschaffene in z.B. Mukran. Oder glaubt wirklich jemand an eine blühende Industrielandschaft Rügens?
Und nun, Hand aufs Herz - viele Autofahrer stehen auf dem Weg zur Arbeit täglich in Staus, viele unserer Inseln in Deutschland sind nur mit Fähren und den damit verbundenen Wartezeiten zu erreichen. Haben Sie schon einmal im Hauptsaison-Stau den letzten Zug von Niebüll nach Westerland verpasst? Dort wird auch keine Brücke gebaut ...
Die gestressten Urlauber sitzen im klimatisierten Auto wohl auch besser als z.B. im Wartebereich eines Flughafens auf dem Weg in den Süden.
Die entstehenden Kosten für das Projekt stehen meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zum Nutzen, ganz gleich ob vom Land oder Bund beglichen - nutzen die geplanten Bauausführungen heimischen Baubetrieben und sichern dort Arbeitsplätze? Ich vermeide an den Bettenwechsel - Tagen die Insel zu verlassen und wenn doch dann in den frühen Morgen- oder Abendstunden, das funktioniert!
Ich wünsche dem NABU Rügen und Frau Prellen Kraft um Bauvorhaben wie in den 70er Jahren in den „gebrauchten Ländern“ zu verhindern. Die Urlauber kommen schließlich wegen der vorhandenen Natur zu uns!
Holger Nebel
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