Wirtschaftliches Interesse gen Osten
Bürgermeister und Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH besuchten Baltijsk
Sassnitz (RA). Der Bürgermeister der Stadt Sassnitz Dieter Holtz (Linkspartei.PDS) und der Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH Harm Sievers besuchten Baltijsk. Sie folgten nach intensivem Schriftverkehr und gegenseitigen Einladungen einer Einladung des Bürgermeisters der Stadt Baltijsk. Baltijsk ist nach wie vor eine relativ gesperrte Zone im Kaliningrader Gebiet (Königsberg). In allen Gesprächen, vor allem mit Bürgermeister Fjodor Jaorshevitsh und seinem Stellvertreter Viktor Koshelev, war zu spüren, dass diese interessante Region sich für Handel und Wandel und auch für den Tourismus öffnen will.
Auf Wunsch der russischen Seite wurde zur Vertiefung der Kontakte zwischen Sassnitz und Baltijsk eine Absichtserklärung unterzeichnet. Wirtschaftlicher Hintergrund ist der nahezu abgeschlossene Aufbau eines zivilen Terminals, ähnlich wie in Sassnitz, mit unkomplizierter Verkehrsanbindung per Eisenbahn und Straße in Baltijsk. Das Terminal soll dem Dreiecksverkehr Ust-Luga-Baltijsk-Sassnitz dienen. Im Terminal lag bereits das Fährschiff Baltijsk, früher Railship II, umgebaut zur kombinierten Fähre für Eisenbahn und Straßenfahrzeuge. Mit Interesse haben Bürgermeister Holtz und insbesondere der Geschäftsführer des Fährhafens Sassnitz, Harm Sievers, die Anlagen und die Fähre besichtigt. Mit maßgeblichen Partnern wurden weiterführende Absprachen zu wirtschaftlichen, technischen und logistischen Bedingungen getroffen. Es war deutlich zu spüren, dass die russische Seite am alsbaldigen Beginn des Fährverkehrs direkt aus dem russischen Raum nach Mitteleuropa via Baltijsk und Sassnitz interessiert ist und verstärkt daran arbeitet. Natürlich gab es während des Besuches auch eine Reihe von Begegnungen mit Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Baltijsk. Besondere Gelegenheit boten die Flottenparade anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung des Kaliningrader Gebietes der damaligen Sowjetunion und der Tag der Baltischen Seekriegsflotte sowie das damit verbundene Volksfest. Mehrere Veteranen der Marine sprachen den Sassnitzer Bürgermeister an und bemerkten, dass sie in Sassnitz waren, 1945 und 1946, aber auch in den 1950er- und 1960er-Jahren. Für diesen Teil der deutsch-russischen Geschichte betonte Holtz in seinen Erwiderungen, dass der Besuch nicht nur bezogen auf eine zukünftige Schiffsverbindung mit wirtschaftlichem Hintergrund seinen Grund hat, sondern gerade auch politisch motiviert ist, dass Deutsche und Russen in aller Zukunft friedlich, frie-densstiftend und freundschaftlich miteinander umgehen.
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