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Dieser Artikel wurde am 02. Februar 2011 um 06:02 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Wie viel Naturschutz braucht die Insel und Sassnitz

  1. öffentliche Mitgliederversammlung des Ortsverbandes der CDU Sassnitz lud ein

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MdL Burkhard Lenz, Rudi Dobbert, Matthias Ogilvie und Volker Boche zur CDU-Podiumsdiskussion. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Knapp 40 Gäste waren der Einladung des CDU Ortsverbandes am Dienstag vergangener Woche gefolgt, um mit dem CDU - Landtagsabgeordneten Burkhard Lenz, Volker Boche, Sprecher des Wirtschaftsrates der CDU Rügen, Matthias Ogilvie, Bürgermeister von Lohme, Rudi Dobbert, Sprecher der Initiative „Pro A20“, Klaus Schütt, Präsident des Wirtschaftsverein Rügen e.V. und Werner Kühnlenz, Vorsitzender des ACE Kreisclubs Rügen-Stralsund sich zur Frage auszutauschen, „Wie viel Naturschutz braucht die Insel und Sassnitz“. Und dies im Zusammenhang mit dem Neubau der B96n, den neuerlich aufschreckenden Abbrüchen an Jasmunds Kreideküste und dem Vorhaben der Erweiterung der Biosphärenreservate auf der Insel.

Volker Boche stellte heraus, dass sich der Wirtschaftsrat der CDU auch deshalb mit dem Naturschutz befasse, weil man mit dem Nichtausbau des Straßenabschnittes der B96 bei Strüssendorf erkannt habe, dass der praktizierte Naturschutz auf der Insel von Wirtschaft nicht zu trennen sei. „Derzeit stehen 96,7 Prozent der Insel und der angrenzenden Ostsee unter Schutz. Jede Menge Verbote und Gebote regeln die Entwicklung damit auf der Insel. Naturschutz ist durchaus eine wichtige Sache, aber mittlerweile wird der Mensch hier ausgegrenzt“, so Boche. Matthias Ogilvie verweist darauf, dass „mitten in einer Kulturlandschaft um den 161 Meter hohen Piekberg in der Stubnitz, der höchsten Erhebung auf der Insel, durch Vernässung und Renaturierung ein Urwald“ im Nationalpark geschaffen werden soll - mit eben diesen Auswirkungen, die es derzeit zu beobachten gibt: Der Nationalpark Jasmund kann das anfallende Regenwasser längst nicht mehr gezielt ableiten. Das Wasser versickere in die Erde und sucht sich seinen Weg gen Küste. Dort baut es Druck auf und setzt dem Kliff von Land her zu, so dass es nur eine Frage sei, wann neue Abbrüche mit eklatanten Folgen für die Sassnitzer zu vermelden sind. Sassnitz müsse handeln, denn der Nationalpark gehört zum Gemeindegebiet der Stadt. „Naturschutz ist viel zu ernst, um ihn den Ideologen zu überlassen. Wir müssen darum kämpfen“, so Ogilvie.

Burkhard Lenz sieht die Sache so, dass es beim Naturschutz derzeit nicht mehr um den Schutz einzelner Arten gehe, sondern um „Gebietsschutz“. Das sei auch das, was den Bau der B96n bisher verhindere. Er forderte, dass, wenn die 14,6 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt vom Bund im Land angekommen sind, sofort mit dem Bau begonnen werden muss. „Die sofortige Vollziehung liegt in der Kompetenz des Landes.“

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