Wie geht man mit Tieren um?
Lesermeinung von Willi Dreyer aus Serams
Das Hauptanliegen der Tierschutzpolitik der neuen Bundesregierung wird es sein, den Schutz der Tiere in das Grundgesetz aufzunehmen – so die einleitenden Worte des damaligen Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zum neuen Tierschutzgesetz. Mit diesem Satz wird, ohne näher auf das Tierschutzgesetz einzugehen, die Verantwortung des Menschen zum Lebewesen „Tier“ festgelegt. Aus diesem Grunde ist es mir unbegreiflich, dass die Tiernotstation in Tilzow, die übrigens in Eigeninitiative erbaut wurde, kommentarlos von der Bildfläche verschwinden soll. Mich wundert auch, dass keine Reaktion von den Ordnungsämtern des Kreises Rügen erfolgt. Wollen sie die Fundtiere, die übrigens auch von vielen Touristen aufgesammelt werden, beherbergen?
Mein Beileid im voraus!
Unsere Tierarztpraxis in Serams nimmt im Laufe der Urlaubssaison etliche Findlinge auf und ist froh, dass sie in der Tiernotstation einen kompetenten Partner hat. Ein Urlauber, der ein vermeintlich ausgesetztes oder verletztes Tier findet, kilometerweit fährt, um seinen Fund in einer Tierunterkunft abzuliefern, muss für seinen Bemühungen unterstützt werden. Das, meine Damen und Herren, gehört auch zum Service unseres Urlaubsgebietes! Warum die Tiernotstation eliminiert werden soll ist der Öffentlichkeit mittlerweile bekannt.
Der Standort wird als Grünfläche ausgewiesen, um dann in den zukünftigen Affenpark miteinbezogen zu werden. Gehören da nur Affen hinein? Es ist gut zu wissen, dass die Empörung über die bevorstehende Schließung der Tiernotstation groß ist. Hoffen wir, liebe Leser, dass die Zusammenkunft aller Beteiligten zum Erhalt der Tiernotstation, die angekündigt wurde, Früchte trägt. In abgewandelter Form kann man sagen: Die Kultur des Kreises Rügen erkennt man daran, wie er mit seinen Tieren umgeht.
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