Wer hat Bilder von der Sagarder Brunnenaue?
Verschönerungsarbeiten in einer kulturhistorisch wertvollen Landschaft
Von Wolfgang Urban
Sagard. Erfreuliches ist in einigen Bereichen der Sagarder Brunnenaue zu sehen. Arbeitskräfte des CJD haben hier viel Gestrüpp sowie Müll beseitigt und wieder Sichtweiten möglich gemacht, die zuvor versperrt waren. Eine für Rügens Tourismusgeschichte einst sehr bedeutungsvolle Kulturlandschaft scheint aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen. Doch noch immer klingt es wie ein Märchen aus vergangenen Zeiten, was über die Blütezeit der Badeanstalt in der Sagarder Brunnenaue am Ende des 18. Jahrhunderts berichtet wurde: Auf einer quellreichen Stelle der Aue, die von einem kleinen Bache umflossen wird, ist ein Brunnen- und ein Badehaus erbaut worden. Der Haupteingang dieses Gebäudes führt in einen Saal, der zum Versammlungs-orte der Badenden bestimmt ist, und nachmittags zugleich zur gemeinschaftlichen Belustigung der Brunnengäste dient. Im Hintergrund des Gebäudes ist ein Sturzbach, und zur Seite desselben ein Zimmer zu warmen Bädern eingerichtet. Die rechte Seite des Hauses enthält zwei voneinander abgesonderte steinerne Bäder, die mit den nötigen Bequemlichkeiten versehen sind, und nach Gefallen zu warmen oder kalten Bädern gebraucht werden können, auch zum Spritz-, Topf-, Knie- oder Fußbade angelegt sind.
Das war in der Blütezeit der Sagarder Brunnenaue. Vom zumindest noch 1818 vorhandenen Bemühen um die Brunnenaue kündet eine Anzeige ihres Pächters. In ihr versprach er: Für Logis, Bewirtung und Bad werde ich die Preise so billig wie möglich stellen, und zur Unterhaltung des Vergnügens Anstalt treffen. 1858 konstatierte schließlich Ernst Boll, dass alle Einrichtungen der Sagarder Brunnenaue verschwunden seien. Gibt es Bilder aus der Zeit davor, z. B. Zeichnungen mit der Bunnenaue? Auch Fotos zu ihrer Entwicklung nach dem Ende des Badebetriebes können für die jetzigen Arbeiten in der Brunnenaue von Interesse sein. Karin Sittig, die die Arbeiten in der Brunnenaue koordiniert, würde sich sehr über Bildmaterial bzw. helfende Hinweise zu diesem freuen: Tel. (03 83 02) 8 87 66 bzw. (01 63) 9 62 59 26.
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