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Dieser Artikel wurde am 31. Januar 2007 um 05:30 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Was gibt es Neues von der Dachmarke Rügen?

Interview mit Kerstin Kassner, Vorsitzende des Natürlich Rügen e.V.

Von Robby Günther

Bergen auf Rügen. Die Mitglieder des Vereins Natürlich Rügen e.V. trafen sich dieser Tage, um über den aktuellen Stand zum Thema Dachmarke Rügen zu beraten. Dabei sollte über die erforderlichen nächsten Schritte gesprochen werden. In diesem Zusammenhang spielten Überlegungen zum Zertifizierungs- und Kontrollsystem nach Beispielen anderer Regionen eine wichtige Rolle. Der RÜGANER ANZEIGER sprach mit Landrätin Kerstin Kassner (Linkspartei.PDS), die als Vorsitzende des Vereins fungiert.

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Der Natürlich Rügen e.V. will in den kommenden Monaten mit der Dachmarke durchstarten. Nach Unterzeichnung des Markenlizenzvertrages zwischen Landkreis und Verein sind die Grundlagen für eine Vergabe von Nutzungsrechten gelegt. Repro: (RA)

(RA): Was ist mit der Dachmarke kurzfristig vorgesehen? (KK): Nachdem im Mai vergangenen Jahres die Überlegungen zu einer geeigneten Organisationsstruktur für die Dachmarke Rügen in der Gründung des Natürlich Rügen e.V. mündeten, gilt es nun die Arbeitsstrukturen für das Zertifizierungs- und Kontrollsystem aufzubauen und das Qualitätssystem weiter zu entwickeln. Ferner sind Netzwerkarbeit und das Marketing nach innen und nach außen wichtige Aufgabenbereiche. Mit Abschluss des Markenlizenzvertrages zwischen Landkreis und dem Natürlich Rügen e.V. wird der Verein verantwortlich für die Markenführung und die hiermit verbundene Organisation von Zertifizierungen, Kontrollen und Vergabe von Zeichennutzungsrechten für die Marken Qualität natürlich Rügen und Rügen - Mehr Insel.

(RA): Wie sieht dieses Vorgehen konkret aus? (KK): Das Identitätszeichen Rügen - Mehr Insel dient der Verbreitung und Kommunikation der Dachmarke Rügen. Seine Nutzung ist möglich für Betriebe, Institutionen, Vereine, öffentliche Einrichtungen, Gemeinden oder Privatpersonen, die ihren Sitz bzw. Wohnsitz im Gebiet des Landkreises Rügen haben; die Vergabe ist nicht an Qualitätskriterien gebunden. Das Qualitätszeichen Qualität natürlich Rügen hingegen kennzeichnet Betriebe, Produkte und Dienstleistungen, welche nach festgelegten und transparenten Qualitätskriterien zertifiziert wurden. Diese Zertifizierungen sollen über Geschäftsbesorger vorgenommen werden. Da sich der Anwendungsbereich der Dachmarke und damit auch des Qualitätszeichens über sehr unterschiedliche Wirtschaftsbereiche erstreckt (z.B. Beherbergung, landwirtschaftliche Produktion, Handwerk etc.), wird es mehrere Geschäftsbesorger für die verschiedenen Bereiche geben. Im Jahrn 2007 erfolgt dazu eine Regelung der Zertifizierungs- & Kontrollmodalitäten im Einzelnen sowie die Entwicklung eines Gebührensystems. Des weiteren wird eine Aufgabendefinition für Geschäftsbesorger, Identifikation von potenziellen Geschäftsbesorgern und damit verbundenen Verhandlungen vorgenommen. Die Festschreibung des Zertifizierungs- und Kontrollsystems durch entsprechendes Regelwerk (Verordnungen, Verträge etc.) und auch Vertragsabschlüsse rund diese Arbeit ab.

(RA): Wie geht es mit dem Qualitätssystem weiter, das als Grundlage für Bewertungen gilt? (KK): Es existieren bereits Qualitätskriterien für die Bereiche Beherbergung, Gastronomie, Einzelhandel, naturtouristische Angebote sowie für verschiedene landwirtschaftliche Produkte. Diese werden derzeit überprüft und mit den jeweiligen Branchen abgestimmt. Dann kann in diesen Bereichen zertifiziert werden. Im Frühjahr 2007 werden wir erste Zertifizierungen im Beherbergungsbereich vornehmen. Auch für weitere Bereiche (Handel, Handwerk, Kultur mit ihren jeweiligen Unterbereichen) sollen mittelfristig Qualitätskriterien entwickelt werden, was in branchenbezogenen Arbeitsgruppen erfolgen wird. Priorität ist allerdings, zunächst erst einmal mit dem anzufangen, was schon da ist, so dass wir schauen müssen, wie weit wir hier kommen.

(RA): Gibt es bereits unbürokratisch zu handhabende Einsatzmöglichkeiten und/oder Ideen für den Einsatz der Marken? (KK): Natürlich soll die Vergabe der Marken möglichst unbürokratisch gestaltet werden. Da es sich bei den genannten Zeichen um geschützte Marken handelt, ist die Vergabe an Verträge gebunden. Bei der Vergabe des Qualitätszeichens muss zuvor die Zertifizierung erfolgen. Soviel Bürokratie lässt sich nicht umgehen, wenn hinter der Marke etwas stehen soll. Bei der Vergabe des Identitätszeichen könnte es beispielsweise wie folgt ablaufen: - Kurze Anfrage bzw. kurzer Antrag mit einigen wenigen Angaben an den Verein bzw. einen Geschäftsbesorger per E-mail. - Unterzeichnung eines Zeichennutzungsvertrags, der Rechte und Pflichten festschreibt. - Antragsteller erhält CD mit Identitätszeichen und Corporate Design - Handbuch gegen Bearbeitungsgebühr und kann das Zeichen dann nutzen.

(RA): Welche Kriterien sind im Verein angedacht, um entsprechende Produkte, Erzeugnisse, Dienstleistungen etc. zu bewerten, so dass das Siegel Dachmarke zum Einsatz kommt? (KK): Die Qualitätskriterien berücksichtigen neben den Aspekten Produktherkunft und Intensität des Angebots regionaler Produkte auch Umweltaspekte, Servicequalität, Bereitschaft zur Kooperation im Netzwerk und die Einbindung ins Ortsbild und das regionale Ambiente. Weitere Informationen von Interessenten können dazu auf unserer Homepage im Internet www.ruegen.de/qualitaetskriterien abgerufen werden.

(RA): Wie soll die Dachmarke künftig nach außen kommuniziert, sprich in der Öffentlichkeit dargestellt werden? Gibt es von den bisherigen Vereinsmitgliedern Ideen und Vorschläge, wie die öffentlichkeitswirksame Arbeit des Vereins aussehen könnte, um die Dachmarke schneller als bisher publik zu machen? (KK): Ein Konzept für die Kommunikation der Dachmarke nach innen und außen existiert. Dort sind die üblichen Maßnahmen vorgesehen. Zudem sollen demnächst mit regionalen Medienpartnern Gespräche stattfinden, um gemeinsam Möglichkeiten zu sondieren. Im Bereich Netzwerkarbeit wird an die Einrichtung eines Dachmarken-Stammtisches im Frühjahr oder Sommer 2007 gedacht. Hier sollen regelmäßig offene Gesprächsrunden organisiert werden, um Interessenten die Möglichkeit zu bieten, sich zu informieren und einzubringen.

(RA): Wir danken für dieses Gespräch.