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Dieser Artikel wurde am 02. September 2009 um 03:10 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Was für eine Entwicklung braucht der Strand der Schaabe?

Titel im OSTSEE ANZEIGER - DER RÜGANER vom 26. August: Leserreaktion und Fragen

Von Wolfgang Urban

Schaabe. „Was für eine Entwicklung braucht der Strand? Im nächsten Jahr noch mehr Elektroautos am Strand der Schaabe?“ So lautete der Titel in der letzten Ausgabe dieser Zeitung. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe erreichten uns dazu nur zwei Leserbriefe, die Sie unten lesen können. Für alle, die den Artikel nicht gelesen haben, sei zumindest erwähnt, dass in ihm Uwe Cornelius, der seit 20 Jahren den mobilen Eisverkauf am Strand der Schaabe betreibt, die Frage stellt: „Soll ich im nächsten Jahr auch Elektroautos einsetzen?“ Hintergrund ist der Fakt, dass seine Eisverkäufer in diesem Jahr noch mit handgeführten Wagen mit Elektrohilfsantrieb am Strand der Schaabe zu Fuß unterwegs waren. Die Verkaufskonkurrenz erhielt indes in diesem Jahr erstmals die Genehmigung, drei Elektroautos am Naturstrand der Schaabe einzusetzen. Noch hofft Uwe Cornelius, dass er nicht auf Elektroautos umsteigen muss, denn dies wäre für ihn „die falsche Entwicklung“ am Naturstrand der Schaabe.

„Hier muss die Erholung im Vordergrund stehen, Autoverkehr hat da nichts zu suchen“, meint er. Cornelius hat also keine Entwicklung „verpennt“. Er hält sie einfach nicht für richtig und möchte sie nicht mitmachen. Das so zu schildern, ist nicht einseitig, sondern macht auf die Grundsatzfrage aufmerksam: Was für eine Entwicklung braucht der Naturstrand der Schaabe? In welchen Bahnen soll sich hier der Wettbewerb beim Eis-, Kaffee- und Bockwurstverkauf bewegen? Soll immer mehr aufgerüstet werden oder genau dies am Naturstrand nicht geschehen? Wo ein Markt ist, gibt es natürlich auch einen Wettbewerb mit Verlierern und Gewinnern. Soll am Naturstrand beim Verkauf das Auto oder der Fußgänger gewinnen? Wenn die seit dieser Saison geltende Zulassungsregelung für den Verkauf am Strand der Schaabe nicht wieder geändert wird, dann gewinnt wohl das Elektroauto.

„...ein katastrophaler... Artikel“**

Sehr geehrter Herr Urban, was für ein Wahnsinn – auf der Titelseite ein katastrophaler, sehr subjektiver Artikel! Meine drei Gründe: 1. Auch mir entgeht nicht, dass es im gesamten Artikel „nur“ um wirtschaftliche Interessen einer Person geht. Die von Ihnen dargestellte Situation ist eine völlig normale (für manche auch unangenehme) neue Aufteilung des Marktes. 2. Fakt ist – entgegen in Ihrem Artikel dargestellt, dass ein von hinten handgeführter Wagen sehr schlechte Sicht nach vorne ermöglicht. Hingegen ist vom erhöhten Fahrersitz aus ein guter Rundumblick gewährleistet. 3. Das Hauptproblem – sieht nur, wer genannten Bereich zurzeit mal aufsucht – besteht darin, dass niemand für den neu entstandenen Müll verantwortlich zeichnet; für den alten Müll übrigens auch nicht. Die Fahrzeugführer führen zwar Müllbeutel mit. Aber wer läuft denn essender Weise neben dem Fahrzeug her, um dann den Müll zu entsorgen. Die „Eisunternehmer“ müssen kostendeckend die Müllentsorgung (Aufstellen / Entleeren) organisieren. Damit wäre auch den Gemeinden Glowe und Breege-Juliusruh geholfen, denn sie hätten somit wohl auch ihr gemeinsames „Müllproblem“ geklärt. Ich bin gespannt, ob und welche Passagen Sie wohl drucken werden. Mit freundlichen Grüßen Frank Oehme, Sassnitz. Im Sommer bin ich „Urlauber“ auf Wittow.

„Wir wurden täglich am Strand mit Eis... verwöhnt...“**

Liebe Redaktion, am letzten Tag unseres 2-wöchigen Urlaubs in Juliusruh las ich in Ihrer Zeitung und möchte gern auf Ihre Frage eingehen. Wir wurden täglich am Strand mit Eis, Bockwurst und Kaffee verwöhnt, waren dafür sehr dankbar und erwarteten mit Ihrem Artikel mal ein Lob für die jungen Leute, die uns nett, diskret und verantwortungsvoll auf ihren Buggys bewirteten. Statt dessen lesen wir Wortklaubereien wie „handgeführt“, „handgelenkt“, die uns Leser einfach nicht interessieren, ja schlichtweg egal sind, wenn der Service so super war, wie wir ihn erlebt haben. An einem bewölkten Tag lagen wir einsam zwischen Strandabschnitt 2 und Strandabschnitt 3. Wie dankbar waren wir für den Kaffee, den uns ein Fahrzeug – leise, langsam fahrend – brachte. Für die schiebenden Eisverkäufer lohnte sich scheinbar der lange Weg nicht oder es war verständlicherweise zu anstrengend für sie. Wir wollen den Naturstrand „Schaabe“ noch lange so genießen. Tut es denn dem einen Abbruch, wenn ein paar kleine, niedliche Autos – die der Natur, dem Strand, und vor allem unseren Kindern wirklich nichts anhaben können, dem „Bewährten der alten Zeit“ (Zitat Herr Cornelius), einen Kick Moderne verschaffen? Ist es nicht auch den fleißigen Verkäufern vergönnt ein leichtes Arbeiten zu haben? Warum sich einer Entwicklung entgegenstellen, die für alle nur von Vorteil ist? Natürlich außer für Herrn Cornelius. Zu seiner lacrimosen Argumentation in dem leider so einseitig formulierten Artikel kann ich nur den berühmten deutschen Aphoristiker Erwin Koch zitieren: „Wer öfter mal den Trend verpennt – am Ende in sein Kissen flennt“ ( 1932). Mit herzlichen Grüßen Familie Scholastik aus Thüringen