Warten auf Schweriner Wohlwollen
Keine politische Mehrheit für Sondersitzung zum Hafen
Ostseebad Göhren (gü). Eine politische Mehrheit für eine Sondersitzung des Parlaments im Zuge der Hafenplanungen gibt es derzeit augenscheinlich nicht! Während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung im Januar wurde von der Fraktion Bündnis für Rügen (BfR) angeregt, für interessierte Bürger eine Sondersitzung durchzuführen, um die Planungen vorzustellen.
Bürgermeisterin Carola Koos (CDU) sagt in diesem Zusammenhang gegenüber unserer Zeitung, dass es dafür gegenwärtig keinen Bedarf gebe. „Wir haben in der Dezembersitzung des Parlaments ausführlich über die möglichen Einzelheiten des Planungsverfahrens und des Projektes informiert“, so die Gemeindechefin weiter. „Wir sind nach dem Beschluss im Januar (der OSTSEE ANZEIGER – Der Rüganer berichtete) darauf angewiesen, dass unsere Planungen in Schwerin wohlwollend aufgenommen werden. Wir haben ja einen grundsätzlichen Beschluss gefasst, dass die Gemeinde nach wie vor an dem Projekt festhalten will“, so ihre Einschätzung der aktuellen Lage. Jetzt muss die Gemeinde abwarten, wie sich das Schweriner Verkehrsministerium zum Vorhaben positioniert und welche Förderkulissen abgeklopft werden können, um eine mögliche Förderung seitens des Ministeriums zu erhalten.
Die Sitzung der Gemeindevertretung im Januar wurde beim Tagesordnungspunkt 6.1. „Außenhafen am Göhrener Südstrand“ von zahlreichen Zwischenrufen anwesender Bürger begleitet. Durch die Wortmeldungen wurde klar: Es gibt Befürworter und Gegner des Projektes am Südstrand. Zu den Kritikern des Vorhabens an diesem Standort gehört auch die Fraktion des BfR in der Gemeindevertretung. Während der Debatte wurde auf Kosten hingewiesen, die der Gemeinde beispielsweise „durch jährliche Aufspülungen am Strand entstehen“, so Abgeordneter Dietmar Lindner. Hierbei soll es seinen Worten zufolge um rund 70.000 Euro gehen. Sowohl Bürgermeisterin Koos als auch Gemeindevertreter Herbert Dobelstein (CDU) widersprachen diesen Ausführungen. „Ich weiß gar nicht, warum ich in der Dezembersitzung ausführliche Informationen für die Öffentlichkeit gegeben habe, wenn jetzt hier solche falschen Aussagen kursieren?“, so Dobelstein.
Laut einem Schreiben des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (StAUN), das dem OA-DR vorliegt, wird eine erste Aufspülmenge für rund 13 Jahre die prognostizierten Verluste am Strand ausgleichen. Lediglich die Kosten für im Zusammenhang mit dem Hafen auftretenden Küstenrückgang müssen durch die Gemeinde bezahlt werden. Dünenverstärkungen nach Abbrüchen durch Sturmfluten beispielsweise blieben eine Aufgabe des StAUN.
Das Thema wird die Gespräche in der Gemeinde weiter beherrschen . . .
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