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Dieser Artikel wurde am 08. März 2006 um 02:37 Uhr in der Rubrik Kultur veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Volkschor Sassnitz ist Rügener Markenzeichen

Nach 35 Jahren als Chorleiter gibt Georg Ladendorf den Taktstock weiter

Sassnitz (apf). Mehr als 125 Jahre reicht die Sassnitzer Sangesgeschichte nunmehr zurück, die am 12. Januar 1881 mit der Gründung des Männergesangsvereins Sassnitz/Crampas begann. In dessen Tradition trat der Volkschor Sassnitz, welcher am 26. Februar 1964 durch Reinhard Schwedt, Lehrer an der einstigen Oberschule I, gegründet wurde. An eben dieser Schule an der Sassnitzer Bergstraße nahm Georg Ladendorf als Diplomlehrer für Musik und Kunsterziehung im Jahre 1970 seine Tätigkeit auf. Seitdem ist sein Wirken auf das Engste mit dem kulturellen Leben in der Stadt und dem Werden des Volkschores verbunden. Eine neue Qualität bekam der Chor 1971, als der Lehrer Georg Ladendorf den Chor übernahm. Er hat uns zu dem gemacht, was der Volkschor mit seinen Gruppen Shantychor und Solistengruppe darstellt: eine gewachsene Einheit, so der Vorsitzende des Volkschores, Hans-Joachim Kühn. Das Ensemble ist als Mitglied des Deutschen Sängerbundes weit über die Grenzen der Insel hinaus bekannt und beliebt. Bei vielen Konzertreisen in Deutschland, Lettland, Schweden, Dänemark, Österreich und auch Kanada traten die 60 Sängerinnen und Sänger als Botschafter der größten und schönsten Insel Deutschlands auf. Mehrfach konnten große Auszeichnungen entgegen genommen werden, wie beispielsweise die Zelter-Plakette für über 100-jährige Musiktradition.

Das Repertoire umfasst inzwischen mehr als 250 Volkslieder, Opernchöre, Gospels und anderes mehr, die auch in mehreren Sprachen gesungen werden. Unzählige Sätze hat Georg Ladendorf selbst geschrieben. Und sein Feingefühl für die Details, die einen guten Chorleiter ausmachen, haben den Sängerinnen und Sängern Anerkennung und damit immer wieder Motivation gegeben. Von 1970 bis zu seinem Ausscheiden als Lehrer 1994 leitete er den Kinderchor Uferschwalben. Georg Ladendorf ist einer der ganz Großen im Bereich der Laienensembles und wurde dafür 2002 mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes für 50 Jahre Chorleitertätigkeit und 2001 mit dem Kulturpreis der Kulturstiftung Rügen geehrt. Der am 24. März 1936 im heutigen Altentreptow geborene Georg Ladendorf sang schon frühzeitig im Kirchenchor seiner Heimatstadt mit und spielte im dortigen Mandolinenorchester sowie später im Posaunenchor. Während des Besuches der Fachgrundschule für Musik in Neustrelitz war er als stellvertretender Leiter des Jugendchores der Musikschule und als Chorleiter des Jugendchores der Betriebsberufschule der Reichsbahn in Neustrelitz tätig. Von 1955 bis 1959 studierte er an der Hochschule für Musik Weimar in der Klasse Chor und Ensembleleiter. Dort hat er im Jugendchor gesungen und gleichzeitig mit dem Chor als Studierchor gearbeitet. Von 1956 bis 1959 leitete er das Studentenensembles Weimar, bestehend aus Chor, Tanzgruppe, Männerdoppelquartett, Solisten und Kleinem Orchester. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums fand er als Ensembleleiter am Klubhaus der Hüttenarbeiter des VEB EHW Thale eine große Herausforderung. Immer vorwärts drängend stellte sich Georg Ladendorf von 1965 bis 1969 am Pädagogischen Institut Dr. Theodor Neubauer dem Fernstudium zum Diplomlehrer, da Lehrer in dieser Zeit gebraucht wurden. Auch in dieser Zeit arbeitete er als Leiter mit dem Kinderchor der POS I in Thale, dem Jugendchor der EOS in Thale sowie dem Jugendchor der Betriebsberufsschule des VEG August Bebel in Quedlinburg. Die gesammelten Erfahrungen aus dieser Zeit und ein perfektes Wissen zur Führung von künstlerischen Ebnsembles hat Georg Ladendorf auf sein Wirken seit 1970 in Sassnitz und auf Rügen übertragen. Zum Wohle der Stadt und zum Wohle der Insel - und zum Wohle des Sassnitzer Volkschores, den er seit 1971 leitet. Eigentlich wollte er mit seinem 65. Geburtstag den Taktstock an einen Nachfolger weitergeben, den es jedoch zu dieser Zeit nicht gab. Was sollte ich da tun, erinnert er sich an die Entscheidung von vor fünf Jahren zurück. Wenn ich aufgehört hätte, ohne dass wir einen neuen Leiter gehabt hätten, dann wäre möglicherweise die Existenz des Chores und damit die Freude vieler am gemeinsamen Singen genommen. Und wer Georg Ladendorf kennt, der weiß, dass er nichts anfängt, um es dann halbherzig wieder fallen zu lassen. Also wurden die letzten fünf Jahre intensiv genutzt, um eine Nachfolgerin zu suchen, die mit Ramona Maahs gefunden wurde. Am 25. März, während des festlichen Frühlingskonzertes in der Sporthalle Dwasieden, das um 16 Uhr beginnt, wird Georg Ladendorf den Taktstock an seine Schülerin und Nachfolgerin Ramona Maahs weiter geben um dann selbst seine Position als Tenor des Chors einzunehmen. Denn eines ist sicher: Musik ist Georg Ladendorfs Leben. Das war so, das ist so und das bleibt so.

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