Vogelgrippe: Sozialministerin besucht Rügen
Brief an alle Oberbürgermeister und Landräte
Rügen (RA). Sozialministerin Dr. Marianne Linke (Die Linkspartei.PDS) hat in einem Schreiben an alle Oberbürgermeister und Landräte des Landes auf notwendige Maßnahmen beim möglichen Auftreten von Vogelgrippe hingewiesen. Darin bittet sie darum, die Bevölkerung aufzuklären und die Ordnungskräfte, welche Vogelkadaver entsorgen, entsprechend auszurüsten. In dem Brief heißt es unter anderem: "Ich halte es insbesondere für geboten, in allen Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen über notwendige Verhaltensmaßnahmen aufzuklären."
Frau Dr. Linke nahm das Schreiben an Oberbürgermeister und Landräte heute zum Anlass, um sich vor Ort auf Rügen ein Bild von den Gegebenheiten zu machen. Zusammen mit der stellvertretenden Landrätin Frau Dr. Ulrike Lucas besuchte die Ministerin die Kindertagesstätte "Seepferdchen" in Trent und das Ordnungsamt West-Rügen in Samtens. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes West-Rügen sind derzeit damit beschäftigt, Vogelkadaver in Schutzkleidung einzusammeln. Die 34 in der Kindertagesstätte Trent betreuten Kinder sind gestern von den Erzieherinnen über den Umgang mit Wildvögeln aufgeklärt worden. Dazu die Sozialministerin: "Es ist beruhigend zu sehen, wie gut die Kinder Bescheid wissen. Und es ist beruhigend zu sehen, dass die mit dem Einsammeln toter Vögel befassten Ordnungskräfte so gut geschult wie ausgerüstet sind." Es sei zu erwarten gewesen, dass die Geflügelpest sich von Ländergrenzen nicht aufhalten lasse. Die Behörden hätten sachlich und professionell auf die ersten drei Vogelgrippe-Fälle in Deutschland reagiert. "Jetzt muss alles dafür getan werden, dass die Übertragung des Virus' H5N1 auf den Menschen verhindert wird. Das Rezept zur Risikominimierung ist so einfach wie wirksam: die Aufklärung über die Seuchengefahr und den Umgang mit Wildgeflügel", so die Ministerin weiter.
Die Sozialministern, Kita-Leiterin Frau Christa Krause und die stellvertretende Landrätin Frau Dr. Lucas verständigten sich im Ergebnis des Besuchs darauf, dass vom Sozialministerium ein Informations-Blatt für Kindertagesstätten zum Umgang mit Vögeln erarbeitet wird. Auf diesem soll grafisch und für Kinder verständlich vor Kontakt mit Wildgeflügel gewarnt werden. Das Info-Blatt wird auf der Internet-Seite des Sozialministeriums veröffentlicht und allen Kindertageseinrichtungen im Land zum Aushang zur Verfügung gestellt.
Die von der Landesregierung eingerichtete Telefon-Hotline für Bürgerfragen zur Vogelgrippe ist weiterhin geschaltet. Die Durchwahlen lauten 0385/588-6665 bzw. -6666.
Auf den Fall einer Pandemie ist das Land vorbereitet. Als erstes und bisher einziges Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern bereits im Oktober 2005 einen Influenza-Pandemieplan auf der Grundlage des Nationalen Pandemieplanes vorgelegt.
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