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Dieser Artikel wurde am 24. Februar 2006 um 09:57 Uhr in der Rubrik Vogelgrippe (Aktuell) veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Vogelgrippe ist keine Katastrophe auf Rügen

48 Bürgermeister erklären sich mit Rügen solidarisch

Insel Rügen (RA). Im Rahmen ihrer jährlichen „Weiterbildungswoche“ auf Rügen wurden 48 Bürgermeister aus ganz Mecklenburg-Vorpommern vom Ausbruch der Vogelgrippe überrascht. Genauso überrascht waren sie auch von der Berichterstattung über das Ereignis. „Auf der Insel selbst ist kaum etwas zu merken. Ich frage mich, wo bloß die Fernsehbilder entstanden sind“, so ein Teilnehmer der Veranstaltung. Bei einem Spontanbesuch von Landrätin Kerstin Kassner erklärten sich alle Bürgermeister mit der Rügener Verwaltungschefin solidarisch.

Die Teilnehmer hörten von Landrätin Kerstin Kassner von den Schwierigkeiten, die beim Ausbruch der Vogelgrippe zu bewältigen waren. Das Einsammeln tausender toter Vögel, die jedes Jahr im Winter an Rügens Küsten liegen, entwickelte sich zu einem wirklichen Problem. Die Wasservögel verhungern und erfrieren in den langen und kalten Wintern. Dies ist ein natürlicher Ausleseprozess, der seit Menschengedenken so vonstatten geht. Und nun mussten die Tiere an den 580 Kilometer Küsten Rügens auf Schlag eingesammelt werden.

Zu dem Ausrufen des Katastrophenfalls hatte sich Landrätin Kassner entschlossen, um vor allem die Hilfe der Bundeswehr bei der Suche nach Tierkadavern in Anspruch nehmen zu können. 300 Soldaten sind derzeit auf der Insel im Einsatz.

Die Bürgermeister erklärten ihrerseits, dass am Tagungsort, dem Ostseebad Binz, von der Vogelgrippe nichts zu spüren sei. Wie hier herrsche auch auf der gesamten Insel völlige Bewegungsfreiheit, wie man bei einer Exkursion bereits festgestellt habe. Lediglich eine Richtungsspur am Rügendamm verfüge über Desinfizierungsmatten, über die Fahrzeuge rollen müssten.

Man stärkte der Landrätin im Kampf gegen die Vogelgrippe und gegen so manche unfaire Berichterstattung den Rücken und fand sich zum Gruppenbild am Strand ein. Wohlwissend, dass es den einen oder anderen Kollegen vielleicht auch treffen könnte, wenn er wieder in seiner Heimatgemeinde eingetroffen ist.

Die „Weiterbildungswoche für Bürgermeister“ findet seit langem auf der Insel Rügen statt. Dieses Jahr sind die Arkona & Rugard Strandhotels in Binz unter Hotelchefin Birte Löhr Gastgeberin. Das Haus ist mit fast 900 Betten eines der größten auf Rügen und im Februar gut gebucht.