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Dieser Artikel wurde am 06. Februar 2007 um 15:31 Uhr in der Rubrik Vogelgrippe (Aktuell) veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Vogelgrippe-Gefahr nicht gebannt

Vorsichtsmaßnahmen müssen unbedingt eingehalten werden

Mecklenburg-Vorpommern (RA). "Allein der Verdacht, dass der Ausbruch der Geflügelpest im Vereinigten Königreich möglicherweise auf Kontakte des Tierhalters nach Ungarn zurückzuführen sei, ist ausreichend, um die Tierhalter nochmals darauf hinzuweisen, dass alle Vorsichtsmaßnahmen weiterhin einzuhalten sind", so der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus (SPD) heute in Schwerin. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehören zum Beispiel, den Personen- und Tierverkehr in Tierhaltungen auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken, Reinigungs-, Desinfektions- und Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen ordnungsgemäß durchzuführen, das Aufstallungsgebot zu beachten und unverzüglich Abklärungsuntersuchungen bei vermehrten Todesfällen einzuleiten.

An Reisende appelliert Backhaus, keinesfalls aus anderen Ländern Lebensmittel oder Reisesouvenirs mitzubringen, die Träger von Ansteckungsstoffen sein könnten. Mit Rückblick auf das Geflügelpestgeschehen 2006 weist Backhaus daraufhin, dass nach den anfänglichen Verzögerungen bei Absperrmaßnahmen und dem Einsammeln von toten Vögeln die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen erfolgreich gewesen sind: "Weder ist der Erreger in Nutzgeflügelbestände eingeschleppt worden, noch sind Helfer erkrankt. Trotz des massiven Geschehens auf Rügen und in der Wismarer Bucht konnte die Infektionskette im Wildvogelbestand unterbrochen werden, so dass bereits am 12.04.2006 der bisher letzte positive H5N1-Nachweis in MV geführt wurde. Die Maßnahmen wurden auch auf EU Ebene als wirkungsvoll und beispielgebend anerkannt." Die Zeit seitdem ist genutzt worden, um die Vorbereitung auf einen möglichen Seuchenausbruch weiter zu entwickeln. So sind die Landkreise angewiesen worden, die Ämter und amtsfreien Gemeinden auf die Aufgaben im Tierseuchenfall - wie das Einsammeln von Tierkadavern und die Durchführung von Absperrmaßnahmen - vorzubereiten; mit 2 Firmen wurden Vorverträge für CO2-Lieferungen für Tötungsaktionen bundesweit abgeschlossen, für große Geflügelbestände mussten durch die Landkreise konkrete Pläne für eine Tötung und Entsorgung der Tiere nach einem Seuchenausbruch erarbeitet werden. Mindestens ebenso wichtig ist die Beobachtung des Wildvogelbestandes, insbesondere großer Wildvogelansammlungen, um ein Seuchengeschehen hier frühzeitig zu erkennen. Gemeinsam mit den Ornithologen wird dieses in Mecklenburg-Vorpommern ebenso intensiv betrieben wie das Wildvogelmonitoring. Große Vogelansammlungen werden hinsichtlich gehäufter Verendungen und Krankheitsbilder im weiteren Umfeld beobachtet und für den Fall des Auffindens solcher Tiere schnellstmöglich diagnostische Abklärungsuntersuchungen eingeleitet. Für den Fall von Kälteeinbrüchen und zunehmender Vereisung der Küstenstreifen und Binnenseen werden Erscheinungen wie "Winterfluchten" von Wildvögeln und der so genannte "Eislocheffekt" beobachtet.