Verwaltungsmodernisierung weiter Thema auf Rügen
Kreistag spricht sich für Bildung einer Arbeitsgruppe aus / Neue Ämterstrukturen auf der Insel?
Bergen auf Rügen/Binz (gü). Mit großer Mehrheit hat der Kreistag auf seiner letzten Sitzung am vergangenen Donnerstag die Bildung einer Arbeitsgruppe zur Verwaltungsmodernisierung beschlossen. Der überfraktionelle Antrag wurde von allen fünf im Kreistag vertretetenen Parteien bzw. Wählergruppen unterzeichnet. Ein Termin für die erste Sitzung ist noch nicht festgelegt, so Kreistagspräsidentin Gisela Lemke (CDU). In dem Beschluss heißt es: Der Kreistag legitimiert eine Arbeitsgruppe Erweitertes Präsidium, bestehend aus den Mitgliedern des Präsidiums des Kreistages, den Fraktionsvorsitzenden des Kreistages sowie das fraktionslose Kreistagsmitglied Holger Henze (Bündnis90/Die Grünen) zur Begleitung der Verwaltungsmodernisierung im Landkreis Rügen. In der ersten Sitzung werden Aufgabenfelder festgelegt.

So sieht die politische Gliederung derzeit auf Rügen aus: Vier Ämter und drei amtsfreie Gemeinden: Das könnte sich bald ändern: Die Putbusser Stadtvertretung beschäftigt sich aktuell mit dem Beitritt der Stadt zum Amt Bergen auf Rügen und will bis Ende 2007 eine Entscheidung herbeiführen.
Landrätin Kerstin Kassner (Die Linke) erinnerte in ihrem Bericht vor dem Kreistag nochmals an das Urteil des Landesverfassungsgerichtes in Greifswald am 26. Juli des Jahres. Des weiteren mahnte sie allerdings eine weitere Modernisierung der Insel-Strukturen an. Dazu sieht sie drei hauptsächliche Aufgaben. Wörtlich sagte sie dazu:
- Die Zusammenarbeit über die Kreisgrenzen hinaus. Zwar hat der Aufbaustab, der den Großkreis vorbereiten sollte, seine Arbeit eingestellt, dennoch bleiben die Gebietskörperschaften Rügen, Nordvorpommern und Stralsund miteinander im Gespräch. Wir wollen ausloten, in welchen Bereichen wir kooperieren können, um mehr Effizienz bei der Lösung der Aufgaben zu erzielen.
- Wird es ebenso wichtig sein, die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Ämtern bzw. Kommunen auszubauen. Wir müssen gemeinsam neue Wege beschreiten, um den Verwaltungsaufwand im Kreis insgesamt zu minimieren. Ich hoffe und erwarte, dass sich die Gemeinden mit konkreten Vorschlägen in diesen Prozess einbringen.
- Arbeiten wir in der Kreisverwaltung weiter konsequent daran, Hierarchien abzubauen und Strukturen zu vereinfachen. Wir sind dabei, die Verantwortung jedes einzelnen Sachbearbeiters zu stärken. Weitere Lösungsansätze werden geprüft. Es ist unser Ziel, die Kreisverwaltung als Dienstleister moderner und effizienter zu gestalten.
Soweit die Ausführungen der Landrätin. Nach dem Urteil und der damit verbundenen Aufforderung durch das Gericht an die Kreise und kreisfreien Städte, bei den Bemühungen zum Abbau von Verwaltung und Bürokratie nicht nachzulassen, wird es auch der einzige deutsche Insellandkreis nicht vermeiden können, besonders vor der Haustür seine Hausaufgaben zu erledigen. Was konkret die Arbeitsgruppe während ihrer erfolgten Konstituierung beschließt, wird in einer der kommenden Ausgaben dieser Zeitung zu lesen sein.
Auch die Strukturen auf der Insel Rügen müssen weiter verschlankt werden, wie es in diesem Zusammenhang heißt. Kreistagsmitglied und SPD-Vordenker Dr. Udo Knapp forderte im Rahmen der Ämterdebatten vor über zwei Jahren, dass es künftig nur noch zwei Ämter (Bergen auf Rügen und Sassnitz - Anm. d. Red.) geben soll. Die Arbeitsgruppe hat also genügend Aufgaben zu erledigen und muss Lösungen präsentieren . . .
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