Verbraucher wollen zertifizierten Fisch
Erste Ergebnisse der Kundenbefragungen zur Regionalzertifizierung liegen vor
Sassnitz (apf). Mitte August startete der Landesverband der Kutter- und Küstenfischer M-V ein gemeinsames Projekt mit dem Kreisverband Rügen des Naturschutzbunds Deutschland und Wissenschaftlern des Lehrstuhls für Landschaftsökonomie der Universität Greifswald. Bei dieser Allianz geht es um Möglichkeiten der Vergabe eines Zertifikats für regional gefangenen Fisch. Das Siegel wurde in vier Veranstaltungen, so auch im Sassnitzer Fischereihafen, vorgestellt und parallel dazu Kunden nach Ihrer Meinung zur Zertifizierung befragt. Erste Ergebnisse der Befragung liegen nun bereits vor. Danach finden über 90 Prozent der Befragten die Zertifizierung wichtig oder sehr wichtig. Hierbei unterscheiden sich Urlauber nicht von Einheimischen. Gut die Hälfte der Befragten gab an, dass sie Fisch aus der Ostsee bzw. den Boddengewässern bei entsprechender Kennzeichnung bevorzugen würden. Interessant war ebenfalls, dass über 50 Prozent die Möglichkeit haben möchten, den zertifizierten Fisch an ihrem Heimatort kaufen zu können. Dies ist ein starkes Argument dafür, das Siegel auch für eine Ausweitung von Frischfischlieferungen ins Binnenland und zur Kennzeichnung von Fertigprodukten einzusetzen.
Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit der Einführung des Regionalsiegels auf dem richtigen Weg sind. In der 2. Phase müssen wir daran gehen, gemeinsam Kriterien zu entwickeln, an welche die Vergabe des Siegels geknüpft wird. Zusätzlich werden wir jetzt Gespräche mit Fischverarbeitern und dem Fischhandel aufnehmen, um dann das Siegel hoffentlich in einem Jahr flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen zu können, so Dr. Ralf Döring vom Lehrstuhl für Landschaftsökonomie der Universität Greifswald. Die positive Reaktion der Kunden auf das Vorhaben, lässt uns hoffen, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer M-V, Norbert Kahlfuß, dass die Zertifizierung von Küstenfisch sowohl einen Beitrag zum Erhalt der Fischbestände und Ökosysteme vor unserer Küste, als auch der traditionellen Fischerei leisten wird. Derzeit steht die Fischerei ohnehin im Mittelpunkt von Politik und Öffentlichkeit. Erst am vergangenen Mittwoch trafen sich die Landtagskandidaten Burkhard Lenz und Udo Timm mit Sassnitzer Fischern um darüber zu beraten, was getan werden kann und muss, um die weitere Existenz des Berufsstandes des Fischer zu sichern. Immer mehr Reglementierungen von der EU und der Landesregierung machen das Leben mit der Gesetzgebung zur Fischerei nicht einfacher. Timm: Was als EU-Recht vorgegeben wird, da machen wir immer noch ein Sahnehäubchen im Land oben drauf. Vereinfachung der Fischereigesetzgebung, Länderübergreifende Gesetze und die überbetriebliche Ausbildung, wie es Norbert Kahlfuß sagte, sind wichtige Punkte, deren sich die Politik annehmen sollte, um das Motiv, Fischer zu werden, zu stärken.
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