Springe zu: Navigation | Inhalt | Aktuelle Themen
Dieser Artikel wurde am 20. Februar 2006 um 01:23 Uhr in der Rubrik Vogelgrippe (Aktuell) veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Urlaub auf Rügen ist nicht gefährdet!

TZR zur Vogelgrippe auf Rügen

Insel Rügen (RA). Seit Anfang Februar werden auf Rügen tote Vögel auf den Grippe-Virus H5N1 getestet. Aufgrund der Vielzahl der Wasservögel in den Rügener Gewässern kommt es häufiger vor, dass diese auf­grund von Futtermangel verenden oder im Eis einfrieren. Nach Aussagen des Nationalparkamtes überwintern allein im Bereich Wittow mehr als 100.000 Tiere. Hiervon sterben jedes Jahr viele hundert an Entkräftung.

Nachdem am 15. Februar zunächst zwei dieser Tiere positiv auf das H5N1-Virus getestet wurden, werden alle toten Vögel eingesammelt. Aufgrund der ca. 580 km langen Küstenlinie, ist dies eine gewaltige Aufgabe. Jedes Jahr verenden witterungsbedingt an den Küsten Rügens tausende Wasservögel, vor allem Jungschwäne. Bei weniger als 20 % der aufgefundenen toten Vögel wurde das Virus nachgewiesen. Nur wenige der infizierten Tiere sind dann auch tatsächlich an der Vogelgrippe gestorben.

Nach wie vor ist es wichtigstes Ziel, das Nutzgeflügel vor Ansteckung zu schützen. Erste Geflügelbestände wurden vorsorglich und auf freiwilliger Basis getötet, um jede Gefahr auszuschließen.

Die um die Fundorte eingerichteten Sperr- und Schutzzonen haben zum Ziel, jeglichen Geflügelhandel und –transport zu unterbinden. Die Regionen dürfen jedoch weiterhin betreten werden. Lediglich die direkten Fundstellen sind abgesperrt und die Wittower Fähre hat vorübergehend den Betrieb eingestellt.

Das Virus kann, wenn es übertragen wird, auch für Menschen gefährlich werden. Eine Ansteckungsgefahr für Menschen besteht jedoch nicht, solange man nicht mit den Vögeln in direkten Kontakt kommt. So sollte z. B. das Anfassen toter Tiere unbedingt unterlassen werden. Laut Aussage des Robert-Koch-Instituts besteht für Menschen auch dann keine Gefahr, wenn tote Vögel nicht sofort eingesammelt werden können oder nicht entdeckt werden. Das Virus überträgt sich weder über das Wasser noch über die Luft.

Um die Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern, wurden am Rügendamm Desinfizierungsschleusen aufgebaut. Maßnahmen dieser Art sind bereits von der vor drei Jahren aufgetretenen „Hühnerpest“ bekannt. Dabei müssen bei allen Fahrzeugen die Reifen von einer Lösung benetzt werden. Diese Aufgabe hat die Bundeswehr übernommen. Da nur langsam über die Matten gefahren werden kann, kommt es zu den Hauptverkehrszeiten zu Wartezeiten in beiden Richtungen.

Um den Einsatz der Bundeswehr zu ermöglichen, musste vom Landkreis der Katastrophenfall festgestellt werden. Dies ist jedoch nur eine verwaltungstechnische Voraussetzung, um weitere Unterstützung von Land und Bund zu erhalten. Die Situation auf Rügen hat sich nicht verschärft!

Menschen sind also nicht direkt bedroht, wenn die Verhaltensregeln eingehalten werden, das Gesundheitsrisiko ist minimal. Hunde und andere Haustiere können sich an der Vogelgrippe nicht anstecken. Es besteht daher keine Gefahr für Urlaub auf Rügen. Ein Stornierungsgrund für bereits ge­buchten Urlaub ist die Vogelgrippe aufgrund des sehr geringen Gefährdungspotenzials nicht. Auch die Bewegungsfreiheit der Menschen ist kaum eingeschränkt.

Das Landwirtschaftsministerium MV hat für weitere Informationen eine Hotline eingerichtet: 0 38 5/ 588-66 65 und -66 66.

Tote Vögel sollten der Polizei unter Notruf 110 oder 112, den Gemeinde- oder Kurverwaltungen gemeldet werden. Die toten Vögel sollten an Ort und Stelle belassen und keinesfalls berührt werden. Die Tiere werden dann von den Behörden abgeholt. Deren Personal verfügt über eine umfangreiche Schutzausstattung, um die größtmögliche Sicherheit für die Einsatzkräfte zu gewährleisten.

Das Gesundheitsrisiko, das von infizierten Vögeln ausgeht, ist minimal. Es besteht daher keine Gefahr für Urlaub auf Rügen. Ein Stornierungsgrund für bereits gebuchten Urlaub ist die Vogelgrippe aufgrund des sehr geringen Gefährdungspotenzials nicht.