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Dieser Artikel wurde am 22. Juni 2011 um 01:21 Uhr in der Rubrik Kultur veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Sprühkunst für Rügen

Rostocker Künstler machte graue Trafo-Stationen bunt

Ostseebad Baabe (sb). „Graffitis sind verpönt, aber das was ihr macht ist schön, hoffentlich hält das recht lange.“ Diese Statements von Passanten, die Christian Hölzer dieser Tage auf der Insel hörte, sind ihm nicht neu. Der Rostocker, der mit seiner Firma „Artunique“ seit 12 Jahren professionelle Bilder an diverse Flächen zaubert, begann 1987 mit genau diesen verpönten Graffitis. Das Unternehmen hat seinen Ursprung bei den Graffiti-Freunden Mecklenburg e.V. „Graffitis sind hauptsächlich schnelle gesprühte Bilder, die sich durch den darunter geschrieben Namen des Sprayers ausweisen. Das spielt bei uns keine Rolle“, weiß er die Tätigkeit eines Graffiti-Künstlers von der seinen zu unterscheiden. Damals, 1987, habe er selbst so angefangen und seine Kunst überall dort hinterlassen, wo es sich anbot. Heute ist er mit seiner Firma, die über 40 Künstler auf Honorarbasis beschäftigt, gefragt. Vor allem, wenn es um die Gestaltung von Wänden in Restaurants, an Kindergärten oder Schulen geht. In den letzten sieben Tagen war der 39-Jährige auf Rügen kreativ.

Zuerst machte er sich an den Auftrag von Robert Dahl, Inhaber von Karl’s Erdbeerhof in Zirkow. Gegenüber des Areals an der B96 befindet sich eine Trafo-Station, die er mit Erdbeeren und dem Karl’s-Logo verzierte. „da sind Erdbeeren und Raupen drauf, die sich die Augen zuhalten, weil die Bauern die Früchte vom Feld nehmen und sie nichts mehr zu Naschen haben“, erzählt der Sprühdosen-Künstler.

Im Anschluss wünschte sich die Rügensche Kleinbahn die Verschönerung ihrer Trafo-Stationen an den Bahngleisen in Sellin und Baabe. „Ich habe etwa 400-500 Sprühdosen in Kisten im Auto. Das sind keine herkömmlichen, sondern hier handelt es sich um einen UV-beständigen Speziallack. In den nächsten Tagen soll eine Firma die von mir angesprayten Flächen versiegeln. Dann halten die nicht nur 15 Jahre, sondern noch länger“, berichtet Christian Hölzer, der nicht nur in Deutschland unterwegs ist. „Wir haben zum Beispiel auch schon einige Flächen vom belgischen Staatsmuseum verziert, waren in Spanien, Frankreich und andernorts, eigentlich schon in ganz Europa.“ Die Reaktionen der Passanten beeindruckt ihn immer wieder. „Die suchen immer nach Schablonen, oder denken, dass wir abkleben. Meistens sind die Leute immer völlig platt, wenn wir ihnen zeigen, dass wir mit einem Bild in der Hand sprühen, also freihand arbeiten“, sagt er nicht ganz ohne Stolz auf seine fotorealistische Sprühkunst.

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