Sicherheit auf den Straßen durch wirksame Kontrollen
Rügener Polizei macht gegen Alkohol- und Drogenfahrten mobil
Bergen auf Rügen (apf). Rügens Polizeichef, Polizeidirektor Gustav Lüth, ist optimistisch. Zwar sei die Unfallstatistik 2008 noch nicht offiziell, aber eine Sache lässt sich deutlich erkennen. In der größten Gruppe der Unfallverursacher, das sind die 18 bis 25-jährigen Kraftfahrer, ist mit 15,54 Prozent ein erfreulicher Rückgang der Unfallzahlen zu verzeichnen. Dies ist ganz sicher auch der Tatsache geschuldet, dass sich auf der Insel niemand sicher sein kann, der unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen mit seinem Fahrzeug unterwegs ist. Denn moderne Technik und der feste Wille der Inselpolizei, schlimmen Unfällen durch Präventionsmaßnahmen und Kontrollen vorzubeugen, sind nach wie vor ungebrochen. Dennoch bleibt genügend zu tun, denn bei insgesamt 3.044 Unfällen im vergangenen Jahr wurde in 59 Fällen verbotene Substanzen, also Alkohol oder Drogen, festgestellt. Das macht einen Anteil von 1,94 Prozent aus.
Verschwindend gering, möchte man meinen. Nimmt man die Analyse jedoch etwas genauer zur Hand, so wird die Tragik deutlich. Insgesamt 402 schwere Verkehrsunfälle mussten im vergangenen Jahr aufgenommen werden. Allein bei diesen wurde in 43 Fällen die Einnahme verbotener Substanzen festgestellt. Und dies sind immerhin 10,7 Prozent der schweren Unfälle, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen geschehen sind.
Eine Zahl, die ernüchtert! „Je schwerwiegender die Folgen sind, um so mehr sind Alkohol oder Drogen im Spiel“, so der Rügener Polizeichef. Hinzu käme, dass die festgestellten Delikte nur eine Dunkelziffer darstellen. Auf einen festgestellten Fall kommen nach Hochrechnungen 200 nicht festgestellte Fälle des Fahrens unter Drogen und 300 des Fahrens unter dem Einfluss von Alkohol. „Hier müssen wir ansetzen, um das Leben und Gut zu schützen“, so Gustav Lüth. Deshalb werde auch in diesem Jahr eine verstärkte Kontrolltätigkeit die Arbeit der Rügener Polizisten bestimmen. Dafür sucht die Polizeiinspektion Bergen die Zusammenarbeit mit den Insel-Ärzten, denn wenn ein Verstoß festgestellt wird, müsse dieser auch nachgewiesen werden. Dazu ist in jedem Falle eine Blutentnahme notwendig. Die soll künftig nicht mehr zentral in Bergen erfolgen, sondern auf breite Schultern verlagert werden. So sind praktizierende Ärzte und auch pensionierte Ärzte aufgerufen, ihre Bereitschaft anzuzeigen, diese Blutentnahme in den Regionen der Insel durchzuführen. Das dafür benötigte Material werde von der Polizei geliefert. Über alles Weitere könne man sich in einem Gespräch verständigen, so Polizeidirektor Gustav Lüth, der darauf zählt, dass die Sicherheit auf Inselstraßen auch ein unterstützenswertes Anliegen der Ärzte ist. Telefon (03838) 810210.
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