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Dieser Artikel wurde am 23. August 2006 um 04:05 Uhr in der Rubrik Polizeimeldungen veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Schwerer Verkehrsunfall in Ortslage

Gemeinde fordert per Beschluss den Landkreis endlich zum Handeln auf

Middelhagen (gü). Es musste so kommen! Tragischer Verkehrsunfall in der Ortslage von Middelhagen am 16. August mit einer schwerverletzten Person. Der Zusteller eines Paketdienstes wurde durch einen Pkw angefahren und mit lebensgefährlichen Verletzungen durch den Rettungshubschrauber nach Greifswald in die dortigen Uni-Klinik geflogen. Ursache für den Unfall war ein Zusammenspiel von Geschwindigkeit und uneinsehbarer Kurvesituation. Durch Middelhagen führt die Landesstraße 292 mit eben dieser uneinsehbaren Kurve im Kreuzungsbereich der Gaststätte Zur Linde. Eine extreme Sichtbehinderung für Autofahrer, die die Gegenfahrbahn nicht einsehen können. Und zwar aus beiden Richtungen. Wir haben das erwartet, so Mark Houben (CDU), erster stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, noch am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung direkt nach dem Unfall. Seit Jahren fordert die Gemeinde vom Landratsamt Rügen, an dieser Stelle tätig zu werden. Aber 30km/h-Schild oder Spiegel werden vehement abgelehnt, so Houben, der im direkten Bereich des Unfallgeschehens wohnt. Beides war allerdings einst an dieser gefährlichen Stelle zu finden. Vor Jahren, wie der abgeordnete betont.

In der am Donnerstagabend stattfindenen Gemeindevertretung dann deutliche Worte von Bürgermeister Ulrich Kliesow (parteilos) in Richtung Landrätin Kerstin Kassner (Linkspartei.PDS): Wir fordern aufgrund des Unfalls endlich die notwendigen Schritte zur Entschärfung dieser Kurve von der Landrätin ein! Die Gemeinde Middelhagen hat in den letzten Jahren vergeblich versucht, eine Geschwindigkeitsbegrenzung durchzusetzen, ergänzte er mit Blick auf die Antwortschreiben der Landkreisverwaltung, die immer einen Tenor haben: Dieser Sachverhalt wurde ausfühlich auf der Grundlage der straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften geprüft und abschließend entschieden. Eine Sichtbehinderung liegt nicht vor.

Eine endgültige Ablehnung des erneuten Antrags nach einer anonymen Geschwindigkeitsmessung auf Kosten der Gemeinde Middelhagen erfolgte per Schreiben vom 9. Februar 2005 seitens des Ordnungsamtes im Landkreis Rügen. Nach wie vor bezeichnet der Leiter dieses Amtes die getroffene Entscheidung als korrekt, kritisiert Mark Houben die starre Haltung der Verkehrsbehörde in diesem Punkt. Die Probleme liegen auf der Hand und müssen endlich gelöst werden, forderte er im Rahmen der Gemeindever-tretersitzung am Donnerstag letzter Woche. Die anwesenden sechs Abgeordneten fassten einstimmig folgenden Beschluss: Die Gemeindevertretung bevollmächtigt das Amt Mönchgut-Granitz, auf Grund des Verkehrsunfalls vom 16. August 2006, umgehend ein Schreiben an die Landrätin des Landkreises Rügen, Frau Kassner, zu verfassen, mit der Forderung, in kürzester Zeit eine Veränderung der derzeitigen Verkehrssituation im Bereich der Kreuzung L292/Gaststätte Zur Linde zu veranlassen. Die Gemeindevertreter sind in das Verfahren als Ortskundige mit einzubeziehen.

In dem Beschluss ist abschließend zu lesen, dass der Vorgang eine größtmögliche Öffentlichkeit erlangen soll, um somit auch Druck auf die Verwaltung des Landkreises in diesem Punkt auszuüben. Die Polizeidirektion Stralsund konnte auf Nachfrage dieser Zeitung keine Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand des verunfallten Zustellers machen.