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Dieser Artikel wurde am 06. Juni 2007 um 04:25 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Schulschließungen stehen bevor

Landrätin will mit Ersatzvornahmen gegen Gemeinden vorgehen

Bergen auf Rügen (gü). Geht es nach dem Willen von Landrätin Kerstin Kassner (Linkspartei.PDS) wird das Schulsterben nach Ende dieses Schuljahres neue Größenordnungen auf Rügen annehmen. Dabei handelt die Verwaltungschefin nach dem Schulgesetz des Landes. Kassner hält den Schwarzen Peter in Händen, da sie die Schließungen umsetzen muss. Dagegen wehren sich jetzt die betroffenen Kommunen. So sollen die Regionalen Schulen in Samtens, Sellin und Putbus sowie die Grundschulen in Dranske, Glowe und Rambin defintiv geschliffen werden (der RÜGANER ANZEIGER berichtete). In Kürze erfolgen so genannte Ersatzvornahmen, um den Gesetzestext durchzusetzen, informierte sie den Bildungsausschuss des Kreistages dieser Tage. Das Aus der Schulen orientiert sich an den sinkenden Schülerzahlen, die im Kreistag zu heftigen Debatten um die künftige Schullandschaft auf Rügen führten. Lokalpolitisch sind die Schließungen ein Sprengsatz, wie in den letzten Monaten deutlich wurde. Beispielsweise Sellin beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Gründung einer durch eine Stiftung getragenen Privatschule, sollte das Ende der Schulzeit gekommen sein.

Harsche Kritik an der derzeitigen Situation übt der Kreiselternrat. So heißt es in einem offenen Schreiben an die Landrätin: Wir stellen uns nicht grundsätzlich gegen Schulschließungen. Allerdings verwahren wir uns gegen die Art und Weise der von Ihnen beabsichtigten Durchführung von Schulschließungen. In vielen Gesprächen und Diskussionen haben Eltern, SchülerInnen und Kommunalpolitker Ihnen deutlich zu verstehen gegeben, dass ein Auseinanderreißen der Klassen pädagogisch nicht zu verantworten ist. Bis heute haben weder Eltern noch SchülerInnen von Ihnen erfahren, wie die SchülerInnen in den anderen Schulen untergebracht werden sollen. Das Auffüllen von vorhandenen Klassen an den im Bestand gesicherten Schulen werden wir nicht zulassen. Hier muss ein sozial verträgliches pädagogisches Konzept für die SchülerInnen unserer Insel schnellstens auf den Weg gebracht werden. Wir bieten Ihnen dazu unsere Mitarbeit an. Bis zum Ende des Schuljahres sind es keine sechs Wochen mehr Zeit. Viele offene Fragen verlangen nach einer Antwort, so die Kritiker der Schließungen in Richtung Landratsamt.

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