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Dieser Artikel wurde am 05. Mai 2010 um 06:25 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Schön, aber gefährlich:

Giftpflanzen im Frühjahr

Rügen (apf). Nach dem Winter locken Frühlingssonne und Farbenpracht die Menschen ins Grüne. Familien sollten dabei ein Auge auf ihre Kinder haben. Schnell landen verführerisch bunte Blätter und frische grüne Pflanzen im Mund der Kleinen - dabei sind nicht alle Pflanzen ungiftig und genießbar. Auch für Erwachsene können manche Pflanzen gefährlich werden. Rund 160 Patienten mussten sich in M-V innerhalb des letzten Jahres wegen des Verzehrs schädlicher Substanzen in ärztliche Behandlung begeben. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen betrug 60 Prozent.

In der Küche ist Bärlauch beliebt: Die Pflanze ähnelt im Geschmack dem Knoblauch, hinterlässt aber nicht dessen starken Geruch. Außerdem soll sie Gefäßverkalkung vorbeugen und Verdauungsstörungen lindern. „Beim Sammeln kann Bärlauch leicht mit Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechselt werden“, so Gunthardt Saupe von der BARMER GEK in Bergen. „Besonders Herbstzeitlose führen zu schweren Vergiftungen: Bereits 50 bis 60 Gramm der Blätter können für einen Erwachsenen tödlich sein.“

Die Wirkung von Maiglöckchengift hingegen wird oft überschätzt. Das Gift wird vom Körper relativ schlecht aufgenommen, daher treten schwere Vergiftungserscheinungen erst nach dem Verzehr von großen Mengen auf. Dennoch sollten Eltern auf ihre Kleinkinder achten, denn Giftstoffe sind in allen Teilen der Pflanze enthalten. Maiglöckchen und Bärlauch wachsen häufig gemeinsam an einem Standort. Um Verwechselungen zu vermeiden, sollte Bärlauch daher aus kontrolliertem Anbau bezogen werden.

Verwechselungsgefahr besteht auch bei Pilzen, die im Frühjahr wachsen. Die Frühlingslorchel ähnelt äußerlich der Speisemorchel, ist aber hochgiftig. Das Gift wird durch das Kochen nicht abgebaut und kann Durchfall, Erbrechen und sogar einen lebensgefährlichen Schock sowie spätere Organschäden hervorrufen. „Anfänger in Sachen Pilzsuche sollten daher nur mit einem erfahrenen Pilzsammler unterwegs sein. Wer ganz sicher gehen will, ob die gefundenen Pilze ungefährlich sind, kann sich an die örtliche Pilzberatungsstelle wenden“, meint Saupe.

Kommt es zur Vergiftung, können Giftnotrufzentralen rund um die Uhr praktische Tipps geben. Das für M-V zuständige Giftinformationszentrum Erfurt ist unter der Rufnummer (0361) 730730 zu erreichen. Weitere Infos im Internet unter www.ggiz-erfurt.de.