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Dieser Artikel wurde am 21. November 2007 um 05:45 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

“Sassnitzer Mischung” für Russland

Kaffeerösterei OstseeKaffee kann sich auf dem russischen Markt platzieren

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Alik Kunze am 17. November 2006 bei der ersten Schauröstung in seinem gerade gegründeten Unternehmen (oben) und am 16. November 2007 vor der Deutschen Botschaft in Moskau mit Vereinbarungen der deutsch-russischen Zusammenarbeit im Gepäck (unten). Foto: Pfaffe/privat

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Von Andreas Pfaffe

Sassnitz/Moskau. Alik Kunze hätte sich das nie träumen lassen: Am 17. November letzten Jahres eröffnete er im Sassnitzer Stadthafen seine Kaffeerösterei OstseeKaffee. Ein Jahr später war er am 17. November als Teilnehmer an einer Messe aus Moskau zurück mit der Option, auf dem russischen Markt Fuß zu fassen. Doch der Reihe nach: Unter Trägerschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft wurde vom 14. bis 16. November dieses Jahres in der Deutschen Botschaft in Moskau eine Messe für deutsche Unternehmen mit dem Ziel durchgeführt, diesen den Einstieg in den russischen Markt zu erleichtern. Das mit der Organisation beauftragte Unternehmen hatte im Oktober OstseeKaffee im Stadthafen von Sassnitz besucht und Alik Kunze zur Messe eingeladen.

In Moskau selbst erfuhren die 22 Teilnehmer, zu denen auch Firmen wie Halberstädter Wurstwaren, die Lachsmanufaktur Port Gager oder die Grabower Süßwaren GmbH zählten, welche Ansprüche und Chancen der russische Markt bietet und wie dieser funktioniert. Alles Neuland für mich, aber greifbar und interessant, denn der russische Markt scheint derzeit zu explodieren, fasst Alik Kunze das Ergebnis des Besuches zusammen. In Moskau habe die Normalschicht Einkommenswachstum von zehn Prozent im Jahr. Und die Russen kaufen anders ein, lieber weniger, dafür besser, denn für sie liegt im Preis auch ein Merkmal der Qualität begründet, so Kunze, der hier sofort auch eine Chance für sein junges Unternehmen sah. In unzähligen Gesprächen wurden zunächst mündliche Vereinbarungen getroffen, die jetzt in die Angebotsform gebracht werden. So könnte er, wenn die Voraussetzungen zur Produktion in Größenordnungen am Sassnitzer Standort gegeben sind, sofort für eine große russische Handelsorganisation mit etwa 180 Supermärkten von jeweils über 8.000 Quadratmeter Verkaufsfläche produzieren, wobei es hier um monatlich bis zu 100 Tonnen Kaffee geht. Doch auch mit Kleinabnehmern wurden Gespräche geführt.

Jetzt ist es eine Frage der Zeit, wie schnell ich finanzielle Unterstützung erhalten kann, um die Produktion durch weitere Maschinen zu vergrößern, so Alik Kunze. Er plant auch, in Moskau einen als Modellprojekt fungierenden Coffee-Shop mit Rösterei zu eröffnen und das Konzept als Franchaise-Geber in Russland zu vermarkten. Hilfe aus dem Wirtschaftsministerium hat ihm dabei Regierungsdirektor Dr. Stefan Kreil zugesagt, den er auf der Moskauer Messe kennen gelernt hat. Und: Es war nicht sein letzter Messebesuch in der russischen Hauptstadt. Er hat bereits die Einladung zur größten Ernährungsmesse in der Tasche, die im Februar in Moskau stattfindet. Da wird ein Tag allein als Kaffee-Forum gestaltet. Doch bevor dies alles weiter geht, eröffnet er am Samstag dieser Woche im Stadthafen Sassnitz das 1. Deutsche Kaffeerestaurant als Erlebniswelt.