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Dieser Artikel wurde am 16. Dezember 2009 um 06:13 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum hat mächtig aufgerüstet

Multimediale Erweiterung und neue Modelle

Sassnitz (DR). In den vergangenen Wochen haben Vereinsmitglieder und Mitarbeiter des Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum das Niveau der Präsentation der Exponate für die Besucher wesentlich aufgewertet. Darüber berichtet Pressesprecher Joachim Wöllner. So wurden vier Multimediastationen aufgebaut. Eine der Stationen zeigt Fotos und Filme über die Sassnitzer Stadtgeschichte und die Entwicklung des Hafens. In einer weiteren Station sind historische Fotos und Filme zur Geschichte der „Königslinie“ zu sehen. Über die Tätigkeit der Fischer und die Abläufe des Fischfangs informiert eine weitere Station. Auch an junge Besucher des Museums wurde gedacht. Für sie stehen Computerspiele bereit. Die Jüngeren finden so eine Beschäftigung, die älteren Begleiter können zwischenzeitlich ungestört die Ausstellung betrachten.

Diese Stationen konnten errichtet werden, weil die Sassnitzer Eheleute Lisa und Dieter Lehmann das Museum mit einer großzügigen Geldspende bedacht hatten. Sie baten die Gäste ihrer Goldenen Hochzeit, Geschenke als Geldzuwendung für das Fischerei- und Hafenmuseum zu geben.Schließlich muss hervorgehoben werden, dass die Gesamtgestaltung der Stationen Ralf Kallweit übernahm, der über die technischen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt und zeitweilig im Museum tätig ist.

Großen Zuspruch der Museumsbesucher findet außerdem das Fernglas, das am Fenster des großen Ausstellungsraumes bereit liegt. Es ist wohl eine der schönsten Aussichten für die Besucher: Der Hafen, die Mole, die ein- und ausfahrenden Schiffe, die Ostsee, die Silhouette von Binz und der Granitz! Das Museum erwarb als Dauerleihgaben von einem Thüringer Hobbymodellbauer mehrere wertvolle und geschichtsträchtige Schiffsmodelle. Schon im Eingangsraum des Museums zieht das Modell des Schnelldampfers „BREMEN“ die Aufmerksamkeit auf sich. Die „BREMEN“, auf der Weserwerft in Bremen gebaut und 1929 in Dienst gestellt, wurde weltbekannt, als sie das „Blaue Band“ errang. Die große Vitrine im Gang wurde mit Schiffsmodellen neu gestaltet. Da ist zum Beispiel die „CAP ARCONA“, 1926/27 bei Blohm und Voß, Hamburg, erbaut. Bekannt wurde das Schiff durch die tragischen Ereignisse im April 1945, als britische Bomber das Schiff versenkten und über 5.000 KZ-Häftlinge dabei den Tod fanden.

Glanzstück ist zweifelsohne das Modell der Fregatte „FRIEDRICH-WILHELM ZU PFERDE“. Das am 25.04.1681 in Pillau vom Stapel gelaufene Schiff wurde zum Flagschiff der brandenburgischen Marine. Schon der Name des Schiffes ist ungewöhnlich und erregt Aufmerksamkeit. Beeindruckend ist jedoch vor allem an diesem Modell die intensive, filigrane Arbeit des Hobbymodellbauers aus Thüringen. Das Museum im Sassnitzer Stadthafen ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am 24. Dezember bleibt es geschlossen.