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Dieser Artikel wurde am 02. August 2011 um 09:35 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Sassnitz - Die Quelle des Absturzes sprudelt wieder

Urlauber und Einheimische verärgert über vermodderte Promenade in Sassnitz

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Am Mittag waren die Schlammmassen durch Baufahrzeuge bereits auf der Promenade verteilt. Fotos (4): Pfaffe

Sassnitz (apf). Am 9. Januar diesen Jahres ereignete sich an der Sassnitzer Promenade im Stadtgebiet von Sassnitz eine Hangabrutschung. Am 14. März fand eine Sondersitzung der Sassnitzer Stadtvertretung zu Georisiko und Hangabbrüchen Statt, zu der zahlreiche Fachleute eingeladen waren. In vielen Beiträgen kam im deutlich zum Ausdruck, dass Wasser die Hauptschuld an Küstenabbrüchen trage, Wasser als marine Kraft und Wasser als Niederschlag, wie es Dipl.-Ing. Jörg Gothow (Wastra-Plan) ausdrückte.

So habe der Hangabbruch vom 9. Januar an der Promenade eindeutig Wasser aus dem Hinterland als Ursache. In der Diskussion spielte das Wasser aus dem Hinterland eine zentrale Rolle. So standen immer wieder Fragen nach künstlichen Vernässungen im Nationalpark im Interesse der Einwohner, die befürchten, dass dieses Wasser in Größenordnungen in den zwischen Kreide und Mergel liegenden Sandschichten versickere und in Richtung Sassnitz abfließe, Druck von „hinten“ auf das Kliff ausübe und schließlich zu Uferabbrüchen führt. Auch alte, voll gelaufene Kreidebrüche, könnten so auf den Grundwasserspiegel in der Stadt wirken.

Im Ergebnis hatte die Stadt Sassnitz vier Container an der Abbruchstelle aufstellen lassen, um die Promenade vor weiteren Abrutschungen zu sichern. Diese erweisen sich nun als Hindernis, denn der hinter den Containern liegende Graben, der aus dem Hang entweichendes Wasser abführen soll, ist durch Erdreich zugeschüttet. Nach den ungewöhnlichen Niederschlägen im Monat Juli begann die „Quelle“, die offensichtlich für den Hangabrutsch am 9. Januar zuständig war, am Sonntag Abend wieder zu sprudeln - mit dem Ergebnis, dass das Wasser, weil der Graben zugeschüttet ist, sich den Weg auf die Promenade suchte und auf diesem Schlamm mitnahm.

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Zugeschütteter Entwässerungsgraben am Hang.

Das Ergebnis am Montag Morgen: Eine Schlammschicht von etwa 10 Zentimetern Höhe und in einer Länge, die der Länge der Container entspricht, ergoss sich bis in die Steinpackung der Uferbefestigung. Passieren der Promenade unmöglich, ohne Gefahr zu laufen, im Schlamm stecken zu bleiben.

Da dieser Zustand der Stadt gerade in der Hochsaison nicht zum Vorteil gereicht, haben sich Anlieger mit der Bitte an die Verwaltung gewandt, kurzfristig Abhilfe zu schaffen. gegen 12 Uhr war die amtierende Bürgermeisterin Vera Wilke auch vor Ort, um sich die Sache anzusehen. „Sie hat uns zugesichert, dass der Schlamm gleich nach Mittag beseitigt wird, nachdem der Wassergraben gesäubert wurde“, ärgert sich Lutz Künzel vom „Fährblick“. Denn auch um 16 Uhr war dies noch nicht erfolgt. Immer weiter wurde der Schlamm durch die mit Sondernutzung genehmigten Baufahrzeuge über die Promenade verteilt.

Der Leiter der Bauverwaltung Siegfried Thiele machte sich gegen 15 Uhr ein Bild von der Situation. er war sichtlich erschüttert von dem, was er hier vorfand. Siegfried Thiele versicherte, dass am Dienstag dieser Zustand beseitigt und dafür Sorge getragen wird, dass das aus dem Hang austretende Wasser abfließen könne. Die Frage sei nur, wer dies bezahlen soll, denn Wasser und Schlamm kämen von privaten Grundstücken auf die staädtische Promenade.

Für Karl-Friedrich Lindmayer ist das viel zu spät. Bis dahin sei der Schlamm weiter verteilt und die gesamte Promenade, vorbei an voll besetzten Tischen, wo die Gäste der Stadt zu Mittag speisen, müsse gereinigt werden. „Hätte man am Montag gleich nach unserer Information mit Wasser gearbeitet, wäre das Problem schnell gelöst gewesen“, so Lindmayer, der auch darauf drängt, das Problem mit den eigentlich als Zwischenlösung gedachten „Schutz“-Containern anderweitig zu bereinigen. Recht hat er damit schon. Und Antworten aus der Verwaltung, dass es sich bei der Sicherung des Hanges um die Aufgabe der Grundstückseigentümer handele, sollte man nur bedingt gelten lassen. Schließlich steht indirekt auch die Stadt in der Pflicht, für die Sicherheit an dieser Stelle zu sorgen. Viele Urlauber haben sich nicht gerade positiv über diese „Sauerei“ an der Sassnitzer Promenade an diesem Montag Nachmittag geäußert. Zudem finden sie den Umstand, dass in einem Abstand von gerade einmal einem Meter in der Mittagszeit die Lkws an ihren Tischen vorbeifahren, nicht tourismusfreundlich.

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Baufahrzeuge „mussten“ am Montag zwangsläufig den Schlamm auf der Promenade breit fahren.

Helga und Lutz Friedel aus Coswig fragen sich beispielsweise, warum die sicher notwendigen Transporte nicht wenigstens zwischen 11 und 15 Uhr eingestellt werden können. Denn Lärm, Gefährdung und Staub seien nicht dazu angetan, das Wohlbefinden der Sassnitz-Besucher zu befördern. Zudem käme eine teilweise desolate Promenade mit „Stolpersteinen“ hinzu, die eine zusätzliche Gefahr darstellen. Denn vereinzelte Steine des Belages in Größenordnungen von bis zu 70 mal 30 Zentimeter sind offensichtlich durch die in diesem Frühjahr und Sommer starke Fahrzeugbewegung ausgefahren und ragen einseitig bis zu 5 Zentimeter aus dem Belag heraus.

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Auch defekte Promenadenplatten sorgen für Frust.

„Das ist längst noch nicht alles“, weiß Karl-Friedrich Lindmayer. „Unsere Gäste am Restaurant ’Zur Mole’ bekommen jedes Mal einen Schreck, wenn, auch in der Mittagszeit, die Rammarbeiten an der Hafenstraße wieder einsetzen und verlassen zum großen Teil fluchtartig unsere Tische auf der Terrasse.“

Sicher gibt es für alles eine begründende Erklärung - aber bei entsprechendem Wollen auch eine andere Lösung ...

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