Sassnitz: Sassnitzer haben endlich ihre „Broiler-Bar“ wieder
Marion Wildt haucht einstigem Gourmet-Tempel neues Leben an neuem Platz ein

Das Broiler-Bar-Team um Marion Wildt hatte Montag eine erste Bewährungsprobe bestanden - zur Eröffnung. Foto: Pfaffe
Sassnitz (apf). Am Montag dieser Woche um 12 Uhr öffnete erstmals nach fast genau 26 Jahren Abstinenz in der Hafenstadt die „Broiler-Bar“ wieder ihre Türen. Nun aber im Rügen-Hotel, in dem die Sassnitzerin Marion Wildt neben dem „Neptuns“ Restaurant mit ansprechender Hausmannskost nun auch das Broiler-Spezialitätenrestaurant betreibt.
Ein Körnchen,
ein Süppchen,
ein Brüstchen
mit Keulchen,
dazu ein „Krügel“ Bier.
Zum Wohle sagen wir!
Genau! Sie haben Recht. Dieser Spruch entstammt der Speisekarte des einstigen HO-Restaurants „Zum Goldbroiler“, der bis zum 31. Januar 1984 gleich neben der Post heißgeliebter Treffpunkt für Sassnitzer und Rüganer war.
Das Gebäude, welches 1993 abgerissen wurde, entstand 1881, als die Blütezeit des Badetourismus in Sassnitz begann. Von 1882 bis 1819 als Hotel „Wichmann“, dann als Hotel „Bellevue“ und ab 1926 schließlich als Hotel „Zur Post“ betrieben, wurde das Haus 1951 von der HO-Gaststätten übernommen. Kurzzeitig wurde im Jahre 1968 hier eine Fischgaststätte eröffnet und schließlich, am 15. Dezember 1970, die HO-Gaststätte „Zum Goldbroiler“ eröffnet. Aus alten Unterlagen ist zu entnehmen, dass ein Verkaufsvolumen von 1.000 bis 1.500 Broiler pro Tag angestrebt wurde. „Dieses Ziel stellen wir uns nicht“, grinst Marion Wildt. Denn sie setzt mit ihrem Team nicht auf Masse, vielmehr auf Qualität und Service. Dabei hält sie aber dennoch an den traditionellen Gerichten des einstigen „Goldbroiler“ fest, die damals in aller Munde standen - und schmeckten.
So bildet das oben beschriebene Menü der damaligen Originalkarte das Highlight auch heute wieder. Serviert wird die legendäre tomatierte Hühnerherzen-Brühe, ein halber knuspriger Broiler mit Pommes Frites und Krautsalat (rot-weiß), dazu ein echter Nordhäuser Doppelkorn und 0,4 Liter Bitburger Premium Pils.
Insgesamt 15 Monate hat es von der Idee bis zur Eröffnung der „Broiler-Bar“ im einstigen „Grünen Salon“, später „Stadtrestaurant“ des Rügen-Hotel gedauert. Nachdem die rechtlichen Dinge geklärt waren und die Finanzierung stand, konnten die vorwiegend Rüganer Handwerker, mit denen Marion Wildt schon seit einem Jahrzehnt eng zusammen arbeitet, ihr Werk beginnen und die Räumlichkeiten komplett neu gestalten - ohne auch hier zu vergessen, an den einstigen Stil des „Grünen Salon“ zu erinnern. Nur, dass jetzt „Max und Moritz“ mit ihren frechen Streichen Einzug gehalten haben. Schon beim Betreten der „Broiler-Bar“, die man über den RügenPlatz und die RügenTerasse durch den gleichen Eingang wie einst den „Grünen Salon“ erreicht (so lange der Schnee dies noch verhindert, gelangen Sie über das „Neptuns“ Restaurant in die „Broiler-Bar“), sieht man Max und Moritz der Witwe Bolte mittels Angel über den Kaminschornstein den Broiler stehlen - auch auf die Gefahr hin, dass sie erwischt werden.
Kein Wunder, werden Feinschmecker der gesunden Kost sagen, denn schließlich geht es hier nicht um irgendwelche „Gummiadler“, sondern zarte und wohlschmeckende, knusprige goldgelbe Broiler, die mit einem Gewicht von 1,4 Kilogramm frisch über einen Geflügelhof aus Mecklenburg-Vorpommern bezogen werden.
Apropos Frische: Auch hier setzt das Team um Marion Wildt Zeichen, denn wie schon im „Neptuns“ Restaurant wird auch die „Broiler-Bar“, für die übrigens eine komplett neue und innovative Küche eingerichtet wurde, nur hausgemachte Frischeprodukte servieren. So beispielsweise das selbstgemachte Letscho zum „Broiler ungarisch“ oder den hausgemachten Rotkohl bei „Broiler wie bei Muttern“. Auch auf die einst beliebte Hühnerbrühe „Witwe Bolte“ mit Reiseinlage müssen Sie nicht verzichten, und auch nicht auf den wohlschmeckenden Krautsalat rot-weiß, der mit Fruchtsaft und Rosinen so richtig fit gemacht wird.
Nach zehn Jahren „Neptuns“ Restaurant hat sich Marion Wildt, einst selbst Stammgast im „Zum Goldbroiler“, mit der „Broiler-Bar“ einen lange ersehnten Wunsch erfüllt - und damit vier weitere Arbeitsplätze im Unternehmen geschaffen, welches derzeit 16 Mitarbeiter beschäftigt. Die gastronomische Leitung der „Broiler-Bar“ liegt in den Händen von Liane Kelm und Küchenchef Maik Schmietendorf hat auch hier den Hut auf.
Mit Oberkellner Christoph Tolks, Jessica Reichardt und Steffi Herfurth bieten Ihnen drei junge Leute in der „Broiler-Bar“, die täglich von 12 bis 22 Uhr warme Küche bietet, freundlichen Service. Und wenn Sie jetzt noch eine unbeantwortete Frage haben, dann rufen Sie einfach an - und Ihnen kann geholfen werden: (038392) 631004.
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