Sassnitz: „Glasbahnhof“ vor neuer Zukunft
Stadt Sassnitz steigt in die Museumsbranche ein
Sassnitz (apf). Die Stadtvertretung Sassnitz gab am 5. Oktober grünes Licht dafür, das 1996 eröffnete und durch den gleichnamig gemeinnützigen Verein in ehrenamtlicher Tätigkeit betriebene „Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum“ in die Trägerschaft der Stadt Sassnitz zu übernehmen. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Betrieb der Einrichtung bei etwa 15.000 Euro Miete im Jahr und sinkenden Besucherzahlen auf längere Sicht in ehrenamtlichem Engagement nicht mehr realisierbar ist. Deshalb hat der Vorstand des Vereines die Übernahme des Museums durch die Stadt Sassnitz angestrebt, um die Existenz des Museums zu sichern.
Ebenso gab es zur gleichen Sitzung der Stadtvertretung „grünes Licht und eine Zukunft für das einzigartige technische Denkmal Fährterminal Glasbahnhof als attraktives Tor in den Stadthafen Sassnitz in Verbindung mit der ebenfalls einzigartigen Fußgängerbrücke, die das Stadtzentrum mit dem Hafen verbindet“, so Bürgermeister Dieter Holtz.
Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V betreibt seit Mitte der 90er Jahre im „Glasbahnhof“ ein Museum für Unterwasserarchäologie. Das Museum wurde im Einvernehmen und mit Unterstützung der Stadt errichtet und betrieben. Materielle Voraussetzung lieferte die Scandlines Deutschland GmbH durch einen entsprechenden Mietvertrag für das Gebäude mit dem Land M-V. „Da das Gebäude immer weniger den Ansprüchen an so ein Museum genügte bzw. auch fortschreitende bauliche Mängel aufwies, wurde das Museum in den Jahren 2007 bis 2009 geschlossen. In einer Verbindung des Landesamtes mit Scandlines wurde in diesen Jahren eine bauliche Sanierung für 893.000 Euro, dabei ein Einsatz von 419.000 Euro Fördermittel aus dem Landesamt, vorgenommen“, so der Bürgermeister, der weiter ausführt, dass im Februar 2009 Dr. Bednorz, Leiter des Landesamtes, im Hauptausschuss der Stadtvertretung die Absicht vortrug, in Gemeinsamkeit mit der Stadt und Scandlines in dieses Gebäude das Unterwasserarchäologische (Landes)Museum mit integriertem Restaurant in neuer Qualität wieder zu errichten und zu erweitern. Die Stadt Sassnitz wurde eingeladen, jetzt eine aktive Rolle zu spielen, das heißt eigentumsseitig einzusteigen und an den nötigen Investitionen mitzuwirken. Grundlage für eine ganzheitliche Lösung sei die Teilnahme der Stadt in Form einer 100 prozentigen gemeinnützigen städtischen Betriebs- und Bewirtschaftungsgesellschaft.
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