Sassnitz - Fährhafenerweiterung in öffentlicher Diskussion
Erstmals wird in Sassnitz die frühzeitige Bürgerbeteiligung bei Planungen genutzt

Die farblich unterlegte Fläche entspricht dem B-Plan 32 „Fährhafen Sassnitz - Hafenerweiterung Süd“. Repro: DR
Sassnitz/Mukran (apf). Am 7. Februar diesen Jahres hat die Sassnitzer Stadtvertretung mit dem Aufstellungsbeschluss des B-Planes Nr. 32 „Fährhafen Sassnitz - Hafenerweiterung Süd“ grünes Licht für die Planung der Erweiterung des Hafens gegeben. Die soll östlich der L 29 und im südlichen Bereich des Fährhafens mit der Zielsetzungen der Gewährleistung einer städtebaulichen Entwicklung, der Absicherung einer maritimen Nutzung von Lager- und Hafenflächen, der Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Fährhafen sowie der Einbindung der baulichen Maßnahmen in die Landschaft erfolgen. Die Besonderheit: Die Einwohner waren zur Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und städtebauliche Sanierungsvorhaben, in dem der Vorhabenträger, die Fährhafen Sassnitz GmbH und Planer, Büro OLAF aus Stralsund und Planung Morgenstern aus Greifswald, den Vorentwurf vorstellten, eingeladen. „Erstmals haben wir uns mit dem Aufstellungsbeschluss dazu entschieden, die frühzeitige Bürgerbeteiligung zu wählen, um die Bürger von Anfang an in die Planungen einzubeziehen“, so Ausschussvorsitzender Jörg Lenz.
Hier soll die sogenannte „Windpower Offshore Base Mukran“. „Eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung des Hafens, für Arbeit und Zukunft“, so Lenz. Auf dem Areal sollen ab 2012 die Windkraftanlagen für den EnBW Windpark „Baltic 2“ vormontiert und auf Installationsschiffe verladen werden. Die Entscheidung für Sassnitz-Mukran fiel aufgrund der besonderen Voraussetzungen des Hafenstandortes mit Schwerlastfläche und -kaimauer und mit 10,5 Metern ausreichend Wassertiefe für die Transportschiffe sowie kurzer Distanz zum Windkraftprojekt.
Doch die Einwohner von Mukran, die am vergangenen Mittwoch in das Terminal des Fährhafens gekommen waren, stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber und lehnen den Planentwurf deshalb ab, weil sie sich in ihrem kleinen Ort in der Lebensqualität bei Zustandekommen des Vorhabens in der aufgezeigten Form beeinträchtigt fühlen. Die erwogenen zehn Meter hohen Gebäude bis an die L92 heran gebaut, zunehmender Schwerlastverkehr, Beeinträchtigung durch Schiffs- und Maschinenlärm und nicht zuletzt die zunehmenden Umweltverschmutzung wollen sie keinesfalls dulden, so Detlef Koll. Und Jürgen Zier stellt in Aussicht, dass wenn die Pläne so realisiert werden, eine Bürgerinitiative dagegen mobilisiert werde.
Die Frage ist, ob es soweit kommen muss. Schließlich sollen Bedenken zum Vorhaben in die weitere Planung einbezogen werden. Dazu liegt der Vorentwurf ab Anfang April in der Stadtverwaltung Sassnitz aus. Auch dann können Anregungen und Bedenken noch eingereicht werden, die abgewogen in den weiteren Planungen berücksichtigt werden.
Dann werde, in Phase 2 der B-Plan erarbeitet und erneut zur Auslegung kommen. Erst dann wird er, nach erneuter Abwägung, zur Beschlussfassung stehen. „Was soll es. Wir machen Vorschläge - aber letztlich wird es dann sowieso so gemacht, wie die das haben wollen“, hörte man die Mukraner beim Verlassen des Terminals dann sagen ...
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