Sassnitz: Erster Rammschlag für Ausbau des Fährhafen Sassnitz
Schlotmann: „Die Häfen sind Herzkammern der wirtschaftlichen Entwicklung im Land.“
Sassnitz (apf).Am vergangenen Donnerstag haben die Rammarbeiten beim Ausbau des Liegeplatzes 9 im Fährhafen Sassnitz begonnen. Der Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung, Volker Schlotmann, löste mittels Signalhorn den ersten Rammschlag aus. „Die Häfen sind Herzkammern der wirtschaftlichen Entwicklung im Land“, so der Minister. Deshalb habe das Land und sein Ministerium die Entwicklung hier, im zweitgrößten Hafen Mecklenburg-Vorpommerns, immer im Auge. Auch in Sassnitz gelte es, die weltweite Wirtschaftskrise zu überstehen und in die Zukunft des Hafens zu investieren, um dann gewappnet zu sein, wenn die Nachfrage nach Transportmöglichkeiten über die Ostsee wieder steigen wird.
Im Fährhafen Sassnitz investiert das Land derzeit in die Hafeninfrastruktur. Neben der Erneuerung von Gleisanlagen wird seit Juni der Liegeplatz 9 mit einer Kailänge von insgesamt 175 Metern gebaut. Der neue Liegeplatz bietet in Verbindung mit dem vorhandenen Liegeplatz 8 flexiblere Abfertigungsbedingungen für größere Schiffe mit Massen- und Stückgütern. Sassnitz hat sich mit dem Alleinstellungsmerkmal des Breitspurfährverkehrs in Westeuropa als zweitgrößter Hafen des Landes etabliert. Der Fährhafen wird zusammen mit dem finnischen Hafen Kotka Fertigungs- und Logistikstandort für den Bau der geplanten Ostsee-Erdgaspipeline der Nord Stream AG zwischen dem russischen Vyborg und Lubmin sein.
Um Überschneidungen und Engpässe des Ostseepipelineprojekts und des Umschlages von Stückgut und Projektladungen zu vermeiden, wird der Liegeplatz 9 in zwei Bauabschnitten errichtet. Beim ersten Bauabschnitt bis zum Ende des Jahres wird der Liegeplatz zunächst mit einer Länge von 100 Metern gebaut. Das Investitionsvolumen beträgt rund 4,6 Millionen Euro, davon werden 4,2 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung gestellt. Beim zweiten Bauabschnitt wird der Liegeplatz um 75 Meter verlängert und ein Endblock von 30 Metern errichtet. Rund 4,9 Millionen Euro werden aus den Konjunkturpaketen und 247.000 Euro vom Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) bereit gestellt. Baubeginn für den zweiten Bauabschnitt wird Mitte November dieses Jahres sein. Im Juni nächsten Jahres soll der Liegeplatzes 9 komplett fertig gestellt werden.
Heinrich Ahlers, der seit dem 1. Mai 2009 in der Geschäftsführung der Buss-Gruppe die Gesamtverantwortung für den Bereich Buss Ports übernommen hat, zu dem auch die Sea Terminal Sassnitz GmbH & Co. KG mit ihrem Multi-Purpose-Terminal zählt, ist sich sicher, dass mit dem Ausbau des Liegeplatzes 9 noch lange nicht Schluss ist: „Der Hafen bietet noch mehr als genügend Platz für Ladung und Container und auch wir wollen weiter investieren.“
Minister Schlotmann nannte in diesem Zusammenhang die Anbindung des Fährhafen Sassnitz über eine staufreie und leistungsfähige B96n an das europäische Verkehrsnetz als eine vordringliche Aufgabe, die einer kurzfristigen Lösung bedarf. Dazu werde er das Gespräch mit den von der Trasse betroffenen Gemeinden und auch den Umweltverbänden suchen.
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