Sassnitz entwickelt neue Visionen zum Hafen
FischereiErlebnisZentrum für neue Einkommensperspektiven der Fischer
Sassnitz (apf). Ein Novum am Montag vor Ostern. Da präsentierten Sassnitzer Unternehmen und Interessengruppen ihre Vorstellungen zur künftigen Entwicklung in Sassnitz, speziell im Stadthafen, während einer ordentlichen Sitzung den Sassnitzer Stadtvertretern.
Eines der bereits sehr weit vorangeschrittenen Projekte ist dabei die durch den Sassnitzer Dr. Udo Knapp vom Wirtschaftsministerium des Bundes gemeinsam mit Rügener Fischern entwickelte Idee des „FischereiErlebnisZentrum in Sassnitz“. Diese Idee setzt auf den Umstand auf, dass durch verschiedene Gründe, insbesondere auch die Fangbeschränkungen in der Ostsee, die wirtschaftliche Existenz und Überlebensfähigkeit der Rügener Fischer gefährdet ist. Vor diesem Hintergrund hat die EU-Kommission im Rahmen der laufenden Strukturfondsperiode in der Achse vier des FIAF-Programms Mittel zur Verfügung gestellt, die den Fischern neben den reduzierten Fangmöglichkeiten neue Einkommensperspektiven eröffnen. Kutter- und Küstenfisch in Sassnitz sowie der Verband der Kutter- und Küstenfischer in M-V und unter der Mithilfe des Vereins Fisch und Umwelt aus Rostock planen gemeinsam die Errichtung eines FischereiErlebniszentrums in Sassnitz mit Außenstellen in Thiesow und in Nordvorpommern. Strategisches Ziel dieses Erlebniszentrums ist es, neben der Sicherung der Kutter- und Küstenfischerei selbst eine Verknüpfung der Fischerei mit dem lokalen und regionalen Tourismusangebot zu erreichen. Fischerei und Tourismus hängen in vielfältiger Weise in ihrer wirtschaftlichen Basis voneinander ab. Direktvermarktung von frischem Fisch, aber auch die Belieferung der Verarbeitungsbetriebe, die auf Rügen angesiedelt sind und zugleich die Herstellung von Transparenz über die Fischerei selbst, die aktive Einbeziehung der Besucher in die Fischerei und ihre Information über die ökologischen Entwicklungen in der Ostsee sollen in dem hier vorgeschlagenen Projekt eng mit einander verknüpft werden.
„Die Darstellungen, den Stadthafen zum Fischereierlebniszentrum auszubauen, wo der Tourist die Traditionsfischerei erleben kann, die Betreuung von Anglern über gelernte Fischern erfolgt, wo man die Geschichte der Fischerei und des Hafens bewusst erleben kann, findet unsere volle Unterstützung. Jetzt gilt es mit den einzelnen Interessengruppen, den Fischern, der HBEG und den einzelnen Eigentümern und dem ansässigen Gewerbe ins Gespräch zu kommen und die Ideen mit den städtebaulichen Zielen in Einklang zu bringen. Die Fischerei ist und soll auch in der Zukunft ein wichtiger Bestandteil des Hafens sein“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Lenz.
Insgesamt 3,5 Millionen Euro könnten im Rahmen des Projektes in den Stadthafen investiert werden, so Knapp. Doch noch ist eine wichtige Hürde zu nehmen. Bis vergangenem Montag wusste Verwaltung und Parlament offiziell noch nichts von diesem Projekt - obwohl dies ohne die Stadt nicht realisierbar ist. Und: Die Zeit drängt, denn Ende Mai muss der Förderantrag eingereicht sein.
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