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Dieser Artikel wurde am 15. Juni 2011 um 06:55 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Sassnitz - die Stadt am Meer der Sangesfreunde

Grandioses Chorkonzert mit sechs Chören und 135 Sängern begeisterte in der Sport- und Mehrzweckhalle Dwasieden

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Einzigartig, grandios, spitzenklasse - das waren nur einige Prädikate, welche das Publikum für „ihre“ Sassnitzer Chöre bei der gemeinsamen Präsentation vergab. Schade nur, dass man diese Möglichkeit, die das Ehrenamt in der Stadt bietet, von offizieller Seite mit Nichtachtung straft. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Das hat es so noch nicht in der Hafenstadt Sassnitz gegeben: Sechs Chöre der Stadt hatten am 28. Mai zum Frühlingskonzert in die Sport- und Mehrzweckhalle Dwasieden eingeladen und über 200 Gäste waren dieser Einladung gefolgt. Ihnen voran Kreistagspräsidentin Gisela Lemke. Denn gleich sechs auf einen Streich erlebt man so nicht alle Tage.

Festlich geschmückt war der Saal, auch dank der Unterstützung durch den OBI-Markt, der für das Grün um die Bühne herum sorgte und den Stadthof, der einmal mehr für die Verwandlung der Sporthalle in einen Konzertsaal sorgte. Dafür schicken die 135 Sänger und Sängerinnen ein großes Dankeschön an die Adresse von OBI und Stadthof.

Gleich zu Beginn des zweieinhalbstündigen Konzertes setzten die Chöre gemeinsam die Meßlatte ziemlich hoch und stimmten unter Leitung von Ramona Raphael den Kanon „Magnificat“ an. Ein Raunen ging durch die Reihen, als dieser sich dem Höhepunkt näherte und lange anhaltender Beifall würdigte die gemeinsam erbrachte Leistung aller teilnehmenden Chöre. Und genau so setzte sich das sehr vielseitige und abwechslungsreiche Frühlingskonzert fort, welches mit liebevollen Worten durch Judit Margenfeld, Mitglied des Volkschores, moderiert wurde. Nach einem zuvor festgelegten Ablauf hatte jeder Chor die Gelegenheit, sich mit selbst gewählten Liedern dem Publikum zu präsentieren. Bezeichnend dabei war, dass die jüngsten Sänger 5 Jahre jung waren, die älteste Sängerin 95 Lenze zählte.

Obwohl die Leistungen aller Chöre Hochachtung abrangen, sei an dieser Stelle auf Nicole Paul vom Volkschor verwiesen. Sie hatte zu diesem Konzert erstmals ein Solo gesungen und mit dem Lied „Wie im Himmel“ aus dem schwedischen Künstlerfilm „Gabriellas Lied“ brilliert. Zum Abschlusslied des Konzertes wurde "Kein schöner Land in dieser Zeit", eines der gegenwärtig bekanntesten und beliebtesten Volkslieder, durch alle Chöre gemeinsam intoniert und setzte so dem Nachmittag die Krone auf.

Neben Applaus haben die Chöre noch mehr für sich selbst gewonnen: Der Kontakt untereinander wurde gestärkt und man hat in der gemeinsamen Vorbereitung viel voneinander gelernt. Ursprung der Idee des gemeinsamen Konzertes war die Idee von Georg Ladendorf, langjähriger Chorleiter, und von anderen Mitgliedern des Volkschores Anfang des Jahres, als sie ein Konzert des Kirchenchores besucht hatten. Dieser Chor wird von Svetlana Jatho geleitet, die ebenfalls Mitglied des Volkschores ist. Georg Ladendorf war so begeistert, was die junge Frau dort mit dem Kirchenchor auf die Beine gestellt hat und dass es nun eine weitere Bereicherung im Sassnitzer Kulturleben gibt, dass er in einem Zeitungsartikel anregte, ein gemeinsames Konzert der Sassnitzer Chöre zu veranstalten. Ein Gespräch mit Stadtvertreterin Ute Oehmichen bestärkte dies, da sie die Idee ganz toll fand und Unterstützung der Stadt Sassnitz in Aussicht stellte.

Schade nur, dass das Konzert bei den Offiziellen dieser Stadt keine Beachtung fand – und das, obwohl Bürgermeister Holtz eine persönliche Einladung erhalten hatte. Schade auch, dass es auf die Information von Ute Oehmichen zur Sitzung der Stadtvertretung am 30. Mai keine Reaktion gab. „Georg Ladendorf ist sehr enttäuscht darüber, dass die Stadt Sassnitz offensichtlich nichts für Kultur übrig hat, weil niemand vom Konzert Kenntnis genommen hat. Um dies wieder zu glätten sollten wir die Leiter der Chöre zu einem schönen Nachmittag ins Grundtvighaus einladen“ - blieb als ihr Vorschlag auch unbeachtet. Andere Mitglieder der Chöre bringen es anders auf den Punkt: „Bei keiner Resonanz auf unsere Arbeit muss man sich die Frage stellen, welche Rolle das Ehrenamt hier wirklich spielt und welche Bedeutung regionale Kultur in der Stadt hat. Kultur sind nicht nur die Hafentage, sondern Kultur fängt mit den Sassnitzer Vereinen an.“

Mitwirkende waren:

Seniorenchor Sassnitz

Leiterin Dorothee Günther

Solistengruppe Volkschor

Chorleiterin Ramona Raphael

Chor der evangelischen Kirchengemeinde Sassnitz und Kindergruppen

Chorleiterin Svetlana Jatho

Shantychor Sassnitz

Künstler. Leiter Joachim Krull

vocal total

Chorleiterin Antje Neumann

www.vocal-total-rügen.de

Volkschor Sassnitz

Chorleiterin Ramona Raphael

www.volkschor-sassnitz.de

Moderation

Judit Margenfeld