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Dieser Artikel wurde am 07. November 2007 um 04:06 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Sassnitz: Die neue Zukunft für Sassnitz kann beginnen

Das "Weiße Schloss am Meer" in Dwasieden wird zur Kurstadt entwickelt

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Die Kurstadt Dwasieden wird das einstige Weiße Schloss am Meer wieder erhalten. Hier soll in den kommenden sieben Jahren eine neue Zukunft der Stadt entstehen. Repro: RA

Von Andreas Pfaffe

Sassnitz. Zwar wird das, was jetzt im Kurgebiet Dwasieden geschehen soll, von vielen Sassnitzern belächelt, denn schon viel zu oft hatten sich Investoren für die Entwicklung dieser Liegenschaft angesagt, jedoch dann öffentlich nichts mehr von sich hören lassen, so dass hier bis heute, 18 Jahre nach dem Neustart auch auf der Insel, alles noch beim Alten ist. Doch eines haben die dänischen Investoren diesen Skeptikern während einer Vorstellung des Projektes in der vergangenen Woche mit auf den Weg gegeben: Das Team um Axel W. Lodberg und Steffen Flensborg zählt nicht zu jenen, die mit dem Mund arbeiten. Vielmehr ist es die Tat und der Verstand, mit dem die auf dem 84 Hektar großen Schlossgrundstück entstehende Kurstadt Dwasieden angegangen wird. Ein Vorhaben, welches überzeugt. Nur eben, es muss etwas beginnen im Dwasiedener Wald.

Im Verlaufe der nächsten drei bis sieben Jahre soll sich hier eine Einrichtung des Gesundheits- und Kurtourismus etablieren, die auf Grund der Nutzung der besonderen heimischen Naturquellen wie Kreide und Sole von internationaler Bedeutung sein dürfte.

114 Gebäude werden zur Kurstadt zählen mit 3.000 Betten auf 94.000 Quadratmetern Geschossfläche. Alle Häuser werden mit der Sole-Thermalquelle versorgt. Bebaut werden jedoch nur rund 16 Hektar des Grundstücks. Gut 80 Prozent des ehemaligen Schlossparks Dwasieden bleiben als Wald- und Park-Gelände erhalten und werden ordentlich hergerichtet. Das gesamte Objekt wird der Öffentlichkeit frei zugängig bleiben.

Im Zentrum der Planungen steht das Kurhotel, das über dem Ostsee-Steilufer an der Stelle des ehemaligen Schlosses Dwasieden nach historischem Vorbild errichtet wird. Dabei werden verschiedene Ruinenreste in den Neubau der beiden Orangerien rechts und links des Schlosses integriert. Wahrzeichen des Kurgebiets sollen zwei rund 50 Meter hohe moderne Schlosstürme werden, in deren Spezialglas-Fassade sich das Meer, der Buchenwald und der Schlosspark spiegeln.

Nahezu unsichtbar, unter dem mit vier Labyrinth-Gärten gestalteten Schlosshof, wird auf rund 4.500 Quadratmetern das Kurbad Platz finden, mit modernen Anwendungen aus dem Gesundheits- und Wellness-Bereich. Südlich davon kommt im Marstall, dem einzig erhaltenen Haus aus der Entstehungszeit des Schlosses Ende des 19. Jahrhundert, sowie in einem Nebengebäude das Medizinische Zentrum mit Klinik- und Behandlungsräumen unter.

Eine Besonderheit und ein bereits erwähntes Charakteristikum der Kurstadt Dwasieden sind die 1993 in über 1.000 Meter Tiefe entdeckten Sole-Thermalquellen. Nach Gutachten ist die Jod- und Fluoridhaltige Natrium-Calcium-Chlorid-Thermal-Sole ein außergewöhnliches Heilwasser, das mit 39 Grad Celsius aus dem Boden kommt. Zusammen mit der heimischen Heilkreide können Erkrankungen u.a. der Atemwege, der Schilddrüse und der Haut gezielt behandelt werden.

Die bisherigen Kalkulationen der dänischen Investorengruppe gehen von einem Investitionsvolumen bis 300 Millionen Euro aus. Bis zu 800 Arbeitsplätze könnten so hier entstehen.

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