Sarah-Jane Janson ist Johanna von Glouchester
Eine frische, fröhliche und begabte Münchnerin verstärkt das Team

Johanna von Gloucester (Sarah-Jane Janson) glaubt, dass Klaus Störtebeker (Sascha Gluth) ihren Vater rettet. Doch der ist auch auf Suche nach dem Templerschatz. Foto: Pfaffe
Ralswiek (apf).Auf die Frage, ob es schwer ist, die Tochter des bekannten Fernsehschauspielers Horst Janson zu sein und den selben Beruf auszuüben, antwortet sie spontan: „Ich bin mit Schauspielerei aufgewachsen und habe ganz frei für mich entschieden Schauspielerin zu werden - mein Vater hat mich allerdings von Anfang an unterstützt und steht mir immer mit Rat und Kritik zur Seite.“ Sarah-Jane Janson (25) ist als eine frische, begabte und fröhliche Schauspielerin in diesem Jahr auf der Naturbühne Ralswiek bei den Störtebeker Festspielen als „Johanna von Gloucester“, Störtebekers Geliebte, zu erleben. „An der Rolle fasziniert mich, dass ich meine eigene Impulsivität einbringen kann. Ich verstehe Johanna und es steckt viel von mir selbst in der Figur. Meine Rolle hat viele Facetten und ist sehr eigenständig. So ist Johanna letztendlich zwar auf Störtebekers Unterstützung angewiesen um ihren Vater befreien zu können. Nach dem Tod ihres Vaters entscheidet sie sich aber ihren eigenen Weg zu gehen und lässt Störtebeker ziehen.“
Im Dezember 2008 hat die sympathische Münchnerin ihre dreijährige Schauspielausbildung an der dortigen privaten Schauspielschule „Zerboni“ mit Erfolg abgeschlossen. Doch schon lange vorher hat sie die Bretter, welche die Welt bedeuten, achten und lieben gelernt. Schon im Alter von zehn Jahren spielte sie ab 1990 regelmäßig bei den Laienspielern in Grünwald bei München. Mit elf Jahren stand sie als Mitglied im Kinderchor des Münchner Gärtnerplatz Theaters auf der Bühne, so mit den Stücken „Carmen“ und „Hänsel und Gretel“. Mit 14 Jahren spielte sie an den Kammerspielen in München die Rolle des jungen Herzog von York in „Richard III“ unter der Regie des kürzlich verstorbenen Peter Zadek. Mit 16 Jahren war sie mit Vater Horst bei den Karl-May-Festspielen Bad Segeberg als „Sammy“ im Stück „Unter Geiern“ engagiert, um nur einige Stationen vor dem Studium zu nennen.
Als die Häuptlingstochter Ribanna stand sie 2007 an der Seite ihres Vaters bei den Karl-May-Festspielen in Dasing in „Winnetou II“ auf der Bühne. Während ihres Studiums kamen immer wieder Rollenangebote, die sie sehr gerne angenommen hat. In Freiburg beispielsweise die „Putzi“ in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ oder an der Düsseldorfer Komödie eine Rolle in „Endlich allein“. Als in diesem Jahr Ruth Hick, Geschäftsführerin der Störtebeker Festspiele, bei Sarah-Jane eines Morgens anrief und fragte, ob sie Lust hätte, im diesjährigen Stück mitzuspielen, hat sie sofort zugesagt. „Ich kannte die Festspiele schon, war aber noch nie auf Rügen. So eine Chance kann man sich einfach nicht entgehen lassen“, freut sie sich noch heute über dieses Glück. Und sie brachte ihre Erfahrungen auf Freilichtbühnen mit nach Ralswiek, musste nur noch kräftig Reitunterricht nehmen. „Das geht aber jetzt ganz gut“, sagt sie lächelnd und auch, dass sie hier in Ralswiek für ihre Zukunft als Schauspielerin wieder viel gelernt hat.
Die Insel Rügen hat es ihr angetan, nur manchmal vermisst sie ein wenig echt bayerische Biergärten und Bretzen. Vielleicht auch, weil sie in München nebenbei als Kellnerin arbeitet. In ihrer freien Zeit vor den Abendvorstellungen, reitet sie viel auf den Störtebeker Pferden: „Ich falle ja praktisch aus dem Bett aufs Pferd, da ich über den Stallungen wohne.“ Auch das Meer ist für sie ein Wohlgenuss. „Es gibt nichts schöneres, als über das Meer in den Horizont zu schauen und seine Gedanken treiben zu lassen.“ Noch mehr freut sie sich, wenn ihr Freund am Wochenende aus Hamburg zu Besuch kommt. Und: Sonntag geht es ins UC Kino nach Bergen.
Nach den Störtebeker Festspielen geht sie von März bis Mai 2010 mit „Theatergastspiele Kempf“ und der Verwechslungskomödie „Kein Job für Sünder“ auf Deutschlandtournee. Und dann? „Wir werden sehen“, schmunzelt Sarah-Jane Janson. Ich freue mich jedenfalls schon darauf ...
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