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Dieser Artikel wurde am 01. März 2006 um 00:00 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Sagarder Jugendliche: Unser Jugendclub ist uns wichtig!

Könnte ein neuer Träger den Kindern und Jugendlichen mehr gemeinsame Freizeit bescheren?

Sagard (apf). "Wir, die Jugendlichen und Kinder aus Sagard, haben ein großes Problem. Seit Dienstag, 7. Februar, hat unser Jugendclub veränderte Öffnungszeiten. Vorher hatte er von Montag bis Samstag in der Zeit von 15 bis 20.30 Uhr geöffnet. Jetzt wurde die Zeit wie folgt gekürzt: Montag bis Freitag von 15 Uhr bis 18 Uhr und samstags ist jetzt ganz geschlossen", so beginnt ein Schreiben von Sagarder Jugendlichen, mit dem sie bei Landrätin Kerstin Kassner um Hilfe bitten. Ursache des Einschnittes in die Freizeitgewohnheiten ist wieder einmal die finanzielle Situation der Kommune. Unsere Bürgermeisterin, Aenne Sahr, begründet dieses mit Geldmangel in der Gemeindekasse, so Christin Kagelmacher, die auch die Frage aufwirft: Aber warum wird immer nur bei uns gespart?

Seit über zehn Jahren ist der Jugendclub nicht nur ein Ort sinnvoller Freizeitgestaltung, sondern auch eine Möglichkeit, Einfluss darauf zu nehmen, dass die sogenannte Freizeitkriminalität in Form von Randalen oder Zerstörungen beinahe völlig der Vergangenheit angehören, wie es Birger Holst (29) bezeichnet. Er hat einst die ersten Steine mit gesetzt und ist der Einrichtung auch heute noch verbunden. Ein Gewinn, denn die Älteren sorgen sich gemeinsam um die Jungen, organisieren Veranstaltungen und sportliche Events und stützen auch die Selbstverwaltung des Jugendclubs hinsichtlich des Betriebes der Einrichtung: Renovieren, Rasen mähen und Unterstützung der Leiterin bei der Aufsicht. Viola Ehrke leitet den Club seit 1998 mit kurzen Unterbrechungen. Waren es bisher 32 Wochenstunden, welche für die Betreuung zur Verfügung standen, so sind es jetzt nur noch 20 Wochenstunden, welche die Kürzung der Öffnungszeiten nach sich ziehen. "Gut ist das nicht", erkennt die von den Jugendlichen akzeptierte Chefin. Wo sollen die Kinder sonst hin? Hier gestalten sie ihre Freizeit in der Gemeinschaft und da bleibt wenig Raum für Dummheiten. Wenn das Geld knapp ist, dann sollte man versuchen, andere Wege zu gehen und nicht einfach am schwächsten Ende zu kürzen, meint Maik Krabbe (28), der auch zu den Älteren zählt. So wären beispielsweise Arbeitseinsätze für den Ort denkbar, welche durch den Club übernommen werden könnten, oder auch eine Spendenbox in den Kaufhallen, um für den Erhalt des Jugendclubs zu sammeln. Einen speziellen Tipp gab es auf der Sitzung des Präventionsrates des Landkreises am vergangenen Donnerstag: Eine Überlegung wert wäre es, wenn ein neuer oder weiterer Träger sich engagiert, um die fehlenden Wochenstunden der Leiterin zu ergänzen. Denn das steht außer Zweifel, dass es gerade Viola Ehrke ist, die als Vertrauensperson durch die Jugendlichen geachtet wird und so auf deren Verhalten positiven Einfluss nehmen kann. Und sie kennt ihre Jugendlichen, mit all den großen und kleinen Sorgen.