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Dieser Artikel wurde am 30. November 2011 um 06:54 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Rügener Spitzenliberaler schmeißt hin!

Matthias Ewert tritt nach Landesparteitag aus der FDP aus

Rostock/Rügen (gü). Knüppelharte Tage für die Rügener FDP! Kreisvorstandsmitglied und Vorsitzender des Ortsverbandes Bergen, Matthias Ewert schmeißt hin! Der Unternehmer ist nach dem Landesparteitag seiner Partei am letzten Sonnabend in Rostock aus- und von seinen Ämtern innerhalb der Partei auf Rügen zurückgetreten. Als Grund nennt Ewert in einem der Redaktion vorliegenden Schreiben innerparteiliche Kämpfe und eine „derzeitige Entwicklung in der FDP, die für mich keine andere Option zulässt, so dass ich meine aktive Mitgliedschaft mit diesem Schreiben beende“.

Die Landes-FDP hat am letzten Sonnabend nach einer heftigen Debatte den Bundestagsabgeordneten Christian Ahrendt zum Vorsitzenden gewählt. Ahrend war nach der Niederlage der FDP bei den Landtagswahlen am 4. September zurückgetreten. Er hatte allerdings zeitig einen Rücktritt vom Rücktritt angekündigt, was bei den Liberalen für Verwunderung sorgte. Der stellvertretende Landesvorsitzende, der Rügener FDP-Chef Gino Leonhard, galt als möglicher Kandidat für eine Nachfolge. Er verzichtete allerdings am letzten Sonnabend auf eine Kandidatur gegen Ahrendt. Somit wurde dieser mit 63 Prozent gewählt und die Landes-FDP befindet sich im freien Fall und wirkt zerrissen.

Kreisvorsitzender Leonhard, der aktuell aus beruflichen Gründen im Ausland weilt, bedauert in einer ersten Reaktion gegenüber dieser Zeitung den Schritt von Ewert, der immerhin eines der bekanntesten und beliebtesten FDP- Gesichter auf Rügen war. Ewert in seinem Schreiben an Ahrendt weiter: „Heute muss ich für mich leider feststellen, dass es auf Grund der teilweise miserablen Parteiarbeit, insbesondere auf Bundes- und Landesebene nur noch wenige Gemeinsamkeiten gibt. Das Verhalten mancher FDP-Mitglieder, besonders in den Bundes- und Landesvorständen, befremden mich heute doch sehr. Liberale Inhalte und auch Grundwerte, wie Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit treten in den Hintergrund, persönliche Interessen und Postengerangel haben Vorrang.“ Ewert wird seine parlamentarische Arbeit in der Stadtvertretung Bergen auf Rügen fortsetzen, wie er gegenüber unserer Zeitung ankündigt. „Diese Mitarbeit ist mir wichtig, im Sinne der Stadt werde ich mich weiter einbringen.“