Rügen: Wie weiter nach der 3. Nachanhörung zum Bau der B96n von Altefähr bis Bergen?
Interview mit Volker Boche, Sektionssprecher Rügen des Wirtschaftsrates der CDU e.V.
Rügen (DR). Im 3. Nachanhörungsverfahren zum Neubau der B 96n wurden kürzlich die gemeinsamen Einwände der Umweltverbände NABU und BUND erörtert. Der NABU - Rügen hat dabei mit seiner Frontfrau an der Spitze, wie bereits in den vorangegangenen Verfahren, den NABU-Landesverband vertreten. Wie nicht anders zu erwarten, droht Frau Preller mit einer Klage, wenn ihre Vorschläge nicht berücksichtigt werden. Der OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer (DR) sprach hierüber mit Volker Boche, Sektionssprecher Rügen des Wirtschaftsrates der CDU e.V.:
DR: Was halten Sie von der aktuellen Debatte?
Boche: Wenig. Warum sagt der NABU Rügen nicht offen, dass sie die B 96n verhindern wollen und dazu alle Mittel recht sind? Wer ist der NABU Rügen, wie viele Mitglieder hat er, leben und arbeiten alle auf der Insel? Gibt es Beschlussvorlagen oder handelt Frau Preller als Frontfrau allein? Bis heute hat sich der NABU Rügen sachlichen Diskussionen nicht gestellt, um fürs Gemeinwohl gemeinsam Lösungen zu suchen!
DR:Wie beurteilen Sie das aktuelle Vorgehen ?
Boche: Das vehemente Bestreben, die bestehenden Naturschutzgesetze mit kaum nachvollziehbaren juristischen Winkelzügen durchzusetzen, richtet sich seit 1990 ausschließlich gegen geplante Investitionsvorhaben, nicht gegen wirklich bestehende Defizite im Naturschutz und sind somit wenig glaubhaft.
DR: Aber die Vorschläge von Preller sind doch sehr konkret.
Boche: Um die Versieglung der Flächen beim Neubau der B 96n zu mindern, schlägt sie vor, dass überwiegend die B 96 in eine dreispurige Straße umgebaut wird. Klingt erst mal logisch. Neu ist aber dieser Vorschlag nicht, denn bereits 2001 hat Frau Preller diesen Vorschlag unterbreitet und er wurde begründet, in einer sehr sachlich klar verständlichen Art und Weise durch die DEGES abgelehnt. Das ganze aber wissend, dass nur die Finanzierung des Neubaus möglich ist.
DR: Vermuten Sie da System dahinter?
Boche: Beim geplanten Ausbau der B96 im Abschnitt Strüssendorf - Ralswiek ist man nur mit dem Neubau einer Parallelstraße einverstanden gewesen, um die Alleenbäume zu erhalten, wissend, dass der Bau einer Parallelstraße unter Beachtung aller naturschutzrechtlichen Belangen nicht realisierbar und schon gar nicht finanzierbar war. Man hat dabei auch in Kauf genommen, dass dieser Abschnitt für alle Verkehrsteilnehmer verkehrstechnisch ein erhöhtes Risiko darstellt und dass ein großer Teil der am Radweg neu gepflanzten Alleenbäume Kronenschäden davontragen wird.
DR: Wurde aus Ihrer Sicht den Argumenten der Umweltschützer Rechnung getragen?
Boche: 2003 gab es eine „grüne“ parlamentarische Anfrage in Brüssel die beantragte, die bewilligten Gelder für den Bau der B96n einzufrieren. Begründung: Da die ausgewiesenen EU-Vogelschutzgebiete „Vorpommersche Boddenlandschaft“ und „Greifswalder Bodden“ bei der Meldung die Nahrungsplätze nicht berücksichtigt wurden, welche durch den Bau der B96n nun gefährdet werden würden. Beide Gebiete wurden nun wie gefordert ausgewiesen. Hoffentlich berücksichtigen unsere Landwirte bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen auch die Bereitstellung des entsprechenden Nahrungsangebotes.
DR: Naturschutz ist aber doch grade auf Rügen wichtig, oder?
Boche: Natürlich, aber besonders ärgert mich, dass Rügens Umweltschützer meinen, sie haben allein das Recht zu bestimmen, was Naturschutz ist. Vergessen haben sie dabei, dass wir seit Generationen in einer Kulturlandschaft leben, die von Menschen geprägt und der Mensch in dieser seine Existenzberechtigung hat. Generationen von Rüganern haben das Bild unserer Insel mit viel Sach-, und Fachverstand geprägt, unter Beweis gestellt, dass jeder Rüganer seine Daseinsberechtigung und unsere Kinder eine Zukunft haben.
DR: Können Sie das konkretisieren?
Boche: Die Zielrichtung des von Frau Preller praktizierten Naturschutzes ist in sich völlig widersprüchlich. Auf unserer Insel beheimatete seltene Pflanzen und Brutstätten seltener Küstenvögel werden völlig außer Acht gelassen, für Zug und Strichvögel, die ihre Brutstätten tausende Kilometer entfernt von unserer Insel haben, werden Nahrungsplätze unter Schutz gestellt.
DR: Ihr Vorwurf?
DR: Umweltschutz der neuen Art also schadhaft für die Region?
Boche: Richtig. Die kleine Insel „Heuwiese“ im Kubitzer Bodden, seit 1934 Naturschutzgebiet und bis 1990 Brutstätte seltener Küstenvogelarten, seit Anfang der 90er Jahre zur Kernzone erklärt, ist zur Brutkolonie der Kormorane geworden. Auf einer Fläche von 16 ha sind heute bis zu 1.200 Brutpaare und bis zu 2.600 Jungkormorane zu beobachten.
DR: Was haben Sie jetzt vor?
Boche: Mit der 3. Nachmeldung der FFH-Gebiete sind 42.440 ha Landfläche und 41.350 ha Bodden und Küstengewässer unserer Insel unter Schutz gestellt, das entspricht 96,7 Prozent des Kreisterritoriums. Welch Spielwiese für unsere „Naturschützer“! Es ist an der Zeit darüber ernsthaft nachzudenken, ein breites Bündnis aus allen Schichten des gesellschaftlichen Lebens zu schmieden, um sich gegen die Willkür von Frau Preller und ihresgleichen zu wehren und für das Gemeinwohl unserer Insel und unserer Region einzutreten.
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