Rügen / Stralsund: Mittelspur über den Strelasund bleibt gesperrt
Restarbeiten an der Rügenbrücke werden im Frühjahr 2008 abgeschlossen
Von Dörthe Arnold
Rügen/Stralsund. Seit drei Wochen rollt auf der Rügenbrücke der Verkehr. Der ANZEIGER sprach mit Oberbauleiter Ulrich Gawlas über die Restarbeiten, die im Frühjahr beendet sein sollen. Auf der größten Brückenbaustelle Deutschlands ist Ruhe eingekehrt. Der Verkehr läuft in geregelten Bahnen und die meisten der rund 500 Bauleute sind längst auf Deutschlands Baustellen verstreut. Zurückgeblieben sind nur Oberbauleiter Ulrich Gawlas und ein Trupp von 20 Männern, die sich um die Restarbeiten kümmern.
Zur Zeit wird Betonkosmetik betrieben, werden Fehlstellen korrigiert, die Außenanlagen begrünt, die Bewirtschaftungswege, auf denen die Brücke jederzeit erreichbar sein muss, auf Vordermann gebracht, und läuft der Probebetrieb der Verkehrsbeeinflussungsanlage. Die Arbeiten werden bis zum Frühjahr 2008 andauern, so Gawlas, weil das automatische Erkennungssystem und die 34 Kameras, die aus der Verkehrsleitzentrale in Petersdorf bei Malchow kontrolliert werden, auf alle Witterungsbedingungen gestestet werden müssen. Bisher fehlten starker Wind so wie in den vergangenen Tagen, als die Brücke zum ersten Mal für Wohnanhänger und unbeladene Lkw's gesperrt wurde, Schneefall und Frost.
Laut Gawlas werde es hin und wieder vorkommen, dass die Rügenbrücke, wie in der vergangenen Woche geschehen, für einige Stunden gesperrt werden muss. Insgesamt sind 90 Tage für den Probebetrieb nötig, der erst mit Eröffnung der Brücke beginnen konnte. Zur Zeit wird die Brücke vom TÜV (Straßenbauverwaltung/zuständige Ingenieurbüros) abgenommen. Jedes Jahr wird es dann eine einfache Brückenprüfung, alle drei Jahre eine Hauptprüfung und alle sechs Jahre eine komplette Brückenprüfung, um das angepeilte Lebensziel von 100 Jahre plus x, so Gawlas, zu erreichen. Um die Sicherheit auch bei starken Winden zu gewährleisten, muss die Brücke bei Orkanen gesperrt werden. Doch schon jetzt, so Gawlas, zeige sich, dass die massive Glaswand auf der Hochbrücke die Fahrzeuge gut schützt. Bei Frost hat die Rügenbrücke Priorität und wird ausreichend gestreut. Die mittlere Spur wird den kompletten Winter über gesperrt sein, da das Verkehrsaufkommen nicht hoch genug ist. Erst zu Ostern, so Gawlas, werde die dritte Spur zugeschaltet. Bis dahin habe man auch die dynamische Verkehrsbeeinflussung in Griff bekommen.
Für Ulrich Gawlas war es seine bisher größte Brückenbaustelle, auf der abgesehen von einem in den Sund gestürzten Bagger und Gerüst sowie dem Absturz eines tonnenschweren Brückenteils alles glimpflich abging. Nach dem Bau der 2. Strelasundquerung stehen bereits die nächsten Brückenprojekte in den Startlöchern. Da wäre zum Beispiel die Mühlgrabenbrücke an der Autobahn A 14, für die Gawlas bereits aktuell die Unterlagen sichtet, eine geplante Brücke über die Peene bei Wolgast oder die neue Meiningenbrücke nach Zingst. So oder so, auf jeden Fall bleibt Gawlas in M-V.
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