Rügen: Höchster Einsatz gefragt
Feuerwehren rückten zu 279 Einsätzen in der Saison aus
Rügen (DR). Auf Rügen ist nicht nur in der Tourismusbranche während der Saison höchster Einsatz gefragt. Auch für die 47 freiwilligen Feuerwehren mit den 1.121 aktiven Kameraden sind die Sommermonate eine Herausforderung. Allein von Mai bis September mussten die Wehren zu 279 Einsätzen ausrücken, davon 110 Mal zu Bränden und 169 Mal zu anderen Hilfeleistungen, wie zum Beispiel zu Verkehrsunfällen, Sturmschäden oder Ölspurbeseitigungen.
Schon in den voran gegangenen Monaten und auch nach der Saison wurde den Wehren einiges abverlangt, unter anderem bei fünf Großbränden. „Das neue Jahr fing gleich mit einem Wohnhausbrand in Gager an. Ebenso erforderten die Brände in der Alten Wache in Prora im April und in einem Stallgebäude in Klein Kubitz im Mai vollen Einsatz. Im Oktober mussten die Kameraden zu einem Wohnhausbrand in Datzow und zum Brand der DRK-Werkstatt in Bergen ausrücken“, zählt Karsten Lange, Sachgebietsleiter Brandschutz beim Landkreis, die Großbrände auf.
Die Feuerwehren hätten in diesem Jahr wieder bei allen Einsätzen gute Arbeit geleistet. Darauf könne man stolz sein, so Kreiswehrführer Daniel Hartlieb. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es immer schwieriger werde, die Einsatzbereitschaft der Wehren sicherzustellen. „Vor allem tagsüber kommt es vor, dass Kameraden nicht erreichbar sind, weil sie zum Beispiel außerhalb ihrer Wohnorte arbeiten. Ersatz zu finden ist schwierig, denn die Personaldecke ist sehr dünn ist. Deshalb haben wir festgelegt, dass bei größeren Bränden mindestens zwei bis drei Feuerwehren gleichzeitig alarmiert und zum Einsatzort geschickt werden. Das funktioniert bislang sehr gut“, sagt Daniel Hartlieb.
Um mehr Nachwuchs in den Reihen der Feuerwehrleute zu rekrutieren und auch die aktiven Kameradinnen und Kameraden weiter zu motivieren, soll es künftig als kleine Anerkennung für die so wichtige ehrenamtliche Tätigkeit eine „Retter-Bonus-Karte“ geben. „Das ist eine wunderbare Idee“, schwärmt Landrätin Kerstin Kassner. „Der Kreisfeuerwehrverband kann auch bei dieser Aktion auf die Unterstützung des Landkreises zählen“, verspricht sie. Und erinnert an den Startschuss für die „Retter-Bonus-Karte“. Der fiel auf der diesjährigen RÜGANA Anfang September. Der Landkreis hatte seinen Stand dem Kreisfeuerwehrverband überlassen, wo die Kameraden für ihre Tätigkeit und die „Retter-Bonus-Karte“ werben konnten. Sie könne sich vorstellen, so die Landrätin, dass der Kreisfeuerwehrverband von nun an jedes Jahr auf der RÜGANA vertreten ist. Bei der Premiere in diesem Jahr war das Interesse groß. Drei Kameraden konnten für den aktiven Dienst und vier junge Menschen für die Jugendfeuerwehr geworben werden.
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