Rügen: Heringsquoten rauf!
EU-Abgeordneter Werner Kuhn (CDU) kämpft für die Fischerei
Brüssel (DR). Spielraum bei der Fangquotenfestlegung für Hering um ein paar Prozentpunkte sieht der Kommissar für Fischerei der Europäischen Union, Joe Borg. Das ist das Ergebnis eines zweistündigen Gesprächs, das der Europaabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern, Werner Kuhn (CDU), am Dienstagnachmittag vergangener Woche, 29. September, mit Borg in Brüssel führte, als er dem Kommissar die Petition der Bürgermeister betroffener Küstenstädte und Gemeinden übergab.
„Der europäische Fischereirat tagt am 19. Oktober in Schweden mit den nationalen Ministern für Landwirtschaft und Fischerei“, erklärt Kuhn. Auf nationaler Ebene, so habe Kommissar Borg deutlich gemacht, bestehe durchaus gewisser politischer Spielraum. Sollte die Fangmenge nicht so stark gesenkt werden, sei jedoch mit begleitenden Restriktionen zu rechnen, die die Fangzeit oder das Gerät betrifft. Zum anderen könnten die Agrarminister die Quoten zwischen Hochsee- und Küstenfischerei zu Gunsten der Kutterfischer verschieben. „Borg, der aus Malta kommt, zeigte viel Verständnis für die Ängste der Fischer an der Ostsee. Er sieht auch die enge Verbindung mit dem Tourismus“, so Kuhn. Borg habe jedoch dargestellt, dass eine Aussetzung der Fangmengenkürzung durch die Kommission nicht vertretbar sei, wenn man nicht zukünftige Heringsgenerationen gefährden wolle. In einigen Gebieten sei der Heringslaich verendet, ohne dass bislang Ursachen dafür gefunden worden sind. Kuhn: „Die Kommission will den von den Fischern geforderten Managementplan zu Beginn 2010 auf den Weg bringen.“
Der Kommissar habe auch eine Förderung der Fischer aus dem Fischerei- oder anderen Strukturfonds in Aussicht gestellt. Das sei allerdings Sache jedes Bundeslandes. Zusätzliche Mittel wird es nicht geben, allerdings könnten bereits zugesagte Gelder umverteilt werden. „Die Fischer wollen kein Geld aus Brüssel, sondern fischen“, betonte Kuhn. Und: „Wir müssen jetzt unsere Positionen im Berliner Agrarministerium bekräftigen, damit diese am 19. Oktober im Fischereirat vertreten werden.“
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