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Dieser Artikel wurde am 13. Januar 2010 um 05:56 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Rügen hat den Winter gut im Griff

Sturmtief „Daisy“ erfuhr aktiven Widerpart durch den Winterdienst

Rügen (apf). Auch wenn es am Montag noch einige Straßen auf der Insel gab, die noch nicht oder nur schwer passierbar waren - der Winterdienst hat seit Samstag dem Sturmtief „Daisy“ mit Sturmspitzen von bis zu 125 Stundenkilometern aus Nordost Paroli geboten. Zwar spitzte sich die Situation im Verlaufe des Samstag Nachmittag an vielen, besonders freiliegenden, Straßenabschnitten auf der Insel zu, so dass der Winterdienst vor der Aufgabe stand, nach einer Prioritätenliste zunächst die Bundesstraße zu beräumen um dann auf Landes- und Kreisstraßen gegen Sturm und Schnee anzukämpfen.

Vergebens manchmal dieser Kampf, denn kaum war ein Straßenabschnitt frei geräumt, wurde er, wie auf der B96 kurz vor dem Ortseingang Sassnitz, wieder von Schneemassen bedeckt. Trotzdem war am Sonntag Vormittag festzustellen, dass nahezu alle wichtigen Straßen, wenn auch mit Vorsicht, befahrbar waren. Um so unverständlicher die Horrorszenarien, die in manchen Radiosendern den Anschein erweckten, Rügen sei in den Schneewinter 1978/79 versunken ...

Es ist nun einmal so, dass im Winter desöfteren Schnee vom Himmel fällt. Und auch, dass ab und an Winterstürme übers Land ziehen, die den lockeren Schnee vor sich hertreiben und dort ablegen, wo eine Senke oder ein Hindernis auftritt. Das kann auch in diesem Winter noch einmal passieren - oder auch erst wieder im nächsten Winter - muss aber nicht zwangsläufig ... So gesehen stellte das vergangene Wochenende schon eine Ausnahmesituation dar, die in anderen Landesteilen drastischere Ausmaße nach sich gezogen hat, wenn man den Berichten glaubt. Und insoweit sollte man sich, angesicht dieser immer wieder auftreten könnenden „Wetterunbilden“ und des Bildes des enormen Schneewinters 1978/79 vor Augen, Gedanken darüber machen, was passiert, wenn es wirklich einmal „ganz dick“ kommt.

Ist das Netz der Katastrophenhilfe auch heute so fest gestrickt wie einst von Dezember 1978 bis Februar 1979? Ist der Zusammenhalt und die Bereitschaft vorhanden, selbst mit anzupacken, wenn Not am Mann ist? Panikmache zählt nicht - nur mitmachen!

Aber vielleicht ist das alles ja auch nicht nötig, wenn man dann an die globale Erderwärmung denkt ...