Rügen/Garz: Frank Sintara ist der neue Schulrat
Ein erfolgreicher Mann der Praxis bleibt auch weiterhin für die Praxis tätig

Frank Sintara (li.) bei der Verabschiedung in seiner Schule durch Bürgermeister Klaus Meißner (re.). Foto: Pfaffe
Rügen/Greifswald (apf). Frank Sintara ist der neue Schulrat im Schulamt Greifswald. Seit Januar diesen Jahres ist er für die Regionalen Schulen auf Rügen, in Stralsund und Nordvorpommern zuständig. Nachdem Hans-Jürgen Goertz im Dezember vergangenen Jahres nach 19 Jahren als Schulrat in den Ruhestand getreten ist, wurde mit Ausschreibung ein Nachfolger gesucht. „Da habe ich mich beworben, weil dies eine Herausforderung für mich ist“, so Sintara.
Frank Sintara ist ein Mann der Praxis. Seit 1990 war er als Schulleiter der Schule in Poseritz sehr erfolgreich für seine Lehrer und Schüler tätig. Nachdem seine Schule mit der von Garz verschmolzen ist, hat er hier die Tätigkeit als Schulleiter aufgenommen. „Ziel war es, den Prozess des Überganges in die neue Schule so schmerzfrei wie möglich für Lehrer, Eltern und Schüler zu gestalten. Das ist uns relativ gut gelungen“, blickt der neue Schulrat zurück. Doch die Zeit blieb spannend, da vor drei Jahren die Putbusser und 2008 die Schule in Samtens geschlossen wurde. Immer wieder war es eine Herausforderung für ihn und sein Team, die praktische Umsetzung des politischen Willens mit geeigneten Maßnahmen besonders für die Schüler ohne wesentliche Beeinträchtigungen zu realisieren. Dass dies ebenso gelungen ist zeigt der Umstand, dass die Regionale Schule „Am Burgwall“ in Garz heute zur wahren Heimstatt ihrer 220 Schüler geworden ist. „Die Schüler identifizieren sich mit ’ihrer’ Schule, was ganz sicher auch der Tatsache geschuldet ist, dass wir vor zwei Jahren Ganztagsschule wurden und nach dem Motto arbeiten, ’Eine Schule für alle’“, so Elke Lau, die den Staffelstab als Schulleiterin von Frank Sintara übernommen hat. Sintara selbst will seiner Schule auch weiterhin treu bleiben. „Jetzt kommt es für mich aber darauf an, über den Tellerrand hinaus zu schauen und das Ganze in meinem Verantwortungsbereich im Auge zu behalten“, sagt er aber auch. Gute Voraussetzungen bringt der Praktiker Frank Sintara dafür mit.
„Eine Schule für alle“ bedeutet für die Garzer Schule auch, Schülern besondere Hilfe zu bieten, die besondere Hilfe brauchen. Da ist beispielsweise das „Produktive Lernen“ zu erwähnen - als Option für Einzelfälle. Durch individualisierte Hilfe in einem speziellen Programm, welches sich durch Praxis und Schule abwechselt, wird auch problembehafteten Schülern ein Schulabschluss und das dafür notwendige Wissen ermöglicht. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir und die Regionale Schule Sassnitz den Zuschlag für dieses Programm erhalten haben“, so Sintara, „denn dieses Programm bewirkt beinahe Wunder.“
Doch auch „Step by Step“, läuft an der Schule seit vier Jahren sehr erfolgreich. Hierbei geht es darum, dass beispielsweise schwer erkrankte Kinder, welche die Schule nicht besuchen können, zu Hause unterrichtet werden, um im laufenden Lernstoff keine allzu großen Lücken zu reißen. Ebenso werden psychisch „Problemfälle“ oft abgebaut, indem der Unterricht in kleinen Klassen in der Schule stattfindet.
Eine Erkenntnis, die Frank Sintara mit in das Schulamt genommen hat ist die, „dass das bestehende System für schnelle Hilfen völlig überlastet ist. Deshalb zählt jedes neue Angebot, welches die Palette erweitert.“
Frank Sintara wechselt den Arbeitsbereich als Schulleiter mit dem des Schulrates mit einem lächelnden und einem weinenden Auge. Einerseits lockt ihn die Herausforderung, noch mehr für Schule überhaupt bewirken zu können, andererseits hängt er an seiner Schule. „Ich war schon stolz darauf, dass manche Schüler traurig waren, als ich verabschiedet wurde“, gesteht er. Doch dass es mit der Regionalen Schule „Am Burgwall“ bestens weitergeht, daran hat auch Simone Spreu vom Amt Bergen als Schulträger keine Zweifel. „Frank Sintara war immer ein Teamarbeiter, so dass ein gutes Kollegium und Elke Laue als seine Nachfolgerin mit Andreas Steinbeiß als Stellvertreter nahtlos an die Erfolge anknüpfen werden.“
Auch der parteilose Garzer Bürgermeister Klaus Meißner würdigte zum Abschied auf Zeit, denn vorerst ist die Stelle als Schulrat auf ein Jahr befristet, Frank Sintaras Wirken für die Bildung auf Rügen. Der wiederum bringt noch einmal ins Gedächtnis zurück, dass es gerade Bürgermeister Meißner war, der so intensiv für den Schulstandort Garz eingetreten ist.
Für das neue Schuljahr liegen in der RegS Garz bereits 56 Anmeldungen vor. 21 Anmeldungen davon außerhalb von Garz, selbst aus Altefähr wollen zwei Schüler in Garz unterrichtet werden. Dies ist ein gutes Zeichen für die Schule, denn ab dem Schuljahr 2010/2011 wird die freie Schulwahl greifen. Dann ist das Maß der Dinge, dass 36 Schüler für eine 5. Klasse Bedingung sind.
« Nächster Artikel
Rügen: „Zukunft gestalten“ war Thema im Ostseebad Binz
Vorheriger Artikel »
Kreistag lehnt Reformpläne des Landes ab
