Rügen: Fischereierlebniszentrum Sassnitz in Planung
Stadtvertretung votiert für das Anliegen - allerdings viele Fragen noch offen

Im Sassnitzer Fischereihafen will die Kutter- und Küstenfisch Rügen GmbH ein Fischereierlebniszentrum entwickeln. Dazu ist das Votum der Stadtvertretung notwendig. Doch diese hat noch viele offene Fragen zu klären. Foto: Archiv Pfaffe
Sassnitz (apf). Am Montag dieser Woche haben sich die Sassnitzer Stadtvertreter mit einer Gegenstimme für das grundsätzliche Anliegen, öffentliche Mittel in den Fischereistandort zu investieren, ausgesprochen. Im Zusammenhang mit den angedachten Investitionen der Kutter- und Küstenfisch Rügen GmbH besteht für die Vertretung allerdings ein weiterer Gesprächsbedarf, um eine Entscheidung herbeiführen zu können.
Kutter- und Küstenfisch will nach einem Projekt aus dem Jahre 2008 den Fischereihafen zu einem für die Insel Rügen wirksamen Fischereierlebniszentrum entwickeln. Und dies mit zweckgerichteten Fördermitteln aus dem europäischen Fischereifonds. So soll ein zentraler Punkt im Hafen geschaffen werden, an dem alle Angebote zur Fischerei, zu Fisch und zum Angeltourismus zentralisiert sind. Ebenso soll dort dargestellt werden, wie der Fisch aus dem Meer bis zum Verbraucher gelangt und auch die Verbindung zwischen Fischerei und Tourismus geschaffen werden. Im Zuge der Finanzierung des Projektes setzt Kutter- und Küstenfisch auf die Beteiligung der Stadt. Dies stößt auf Hindernisse, denn „eine Mitfinanzierung der Stadt ist gegenwärtig nicht darstellbar“, heißt es in der Beschlussvorlage/Darstellung des Problems. Immerhin geht es um 65.000 Euro, die von der Stadt in den 1. Bauabschnitt fließen sollen und über einen vorgeschlagenen Verkauf von Vermögen der Stadt im Bereich des genossenschaftlichen Fischereihafens beschafft werden könnten. Doch dies widerspricht der Grundhaltung der Stadt. Im Bereich des Stadthafens ist „flächendeckend und kaikantennah Grund und Boden nicht zu privatisieren.“ Im Antrag sei auch nicht zu erkennen, dass dem Anliegen, „die wirtschaftliche Existenz der Fischer hier in unserem Hafen durch das Erwirtschaften von Zusatzeinkommen dauerhaft zu sichern“, tatsächlich und direkt Rechnung getragen wird.
Stadtvertreter Stefan Grunau schlug dem Gremium vor, nun zeitnah mit allen am Projekt Beteiligten Workshops durchzuführen, um die Vertretung für eine Abwägung des Antrages der Kutter- und Küstenfisch fachlich fit zu machen.
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