Rügen: D+S ServiceCenter Lietzow auf Erfolgskurs
Neue Mitarbeiter von 17 bis „open End“ haben eine berufliche Zukunft

Sabine Wandrey und Paul Ulbricht schauen dem Senior bei D+S in Lietzow, Lothar Streck, über die Schulter. Foto: Pfaffe
Lietzow (apf). Die D+S europe AG ist mit ihrem ServiceCenter in Lietzow der größte Arbeitgeber auf der Insel. Über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, welches hier, unmittelbar am Großen Jasmunder Bodden mit dem Jahreswechsel 2007/2008 die Tätigkeit aufgenommen hat, derzeit. Und das Unternehmen ist weiter auf Wachstumskurs. „Die Auftragslage nimmt nach wie vor eine positive Entwicklung, so dass wir weiteren Rüganern in unserem ServiceCenter eine neue berufliche Herausforderung bieten können“, so Sabine Wandrey, Manager Operations am Standort Lietzow.
Das ServiceCenter ist auf kaufmännischen und technischen Service für verschiedene Auftraggeber im Bereich der Telekommunikation (DSL, Internet, Mobilfunk) spezialisiert - das heißt, dass Kunden aus ganz Deutschland in Lietzow anrufen, wann immer Sie Hilfe und Unterstützung beim Betrieb ihrer Technik benötigen.
Die viel diskutierten Verkaufsanrufe bei Kunden zu Hause, mit denen Call Center oft in Verbindung gebracht werden, gibt es bei D+S auf Rügen nicht. „So gesehen bricht unser Lietzower ServiceCenter mit dem Klischee, das herkömmlichen CallCentern anlastet, denn ich muss nicht anrufen, sondern werde angerufen“, so Paul Ulbricht (61) aus Dreschvitz. Vorher Bezirksleiter in einem großen Lebensmittelkonzern hatte er auf Grund seines Alters plötzlich keine Chance mehr auf dem 1. Arbeitsmarkt. Doch dann hat er davon erfahren, dass die D+S europe AG für den neuen Standort Lietzow Mitarbeiter im Alter ab 17 Jahren sucht, ohne Begrenzung nach oben.
Modell der Doppelbeschäftigung angestrebt
„Die Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen und so habe ich im November 2007 die Einarbeitungsphase begonnen, ohne dass ich irgendwelche Vorkenntnisse hatte“, erinnert sich Paul Ulbricht. „Nach vier Wochen war ich für meine neue Tätigkeit fit und will jetzt so lange hier bleiben, wie man mich braucht - vielleicht auch über die Rente hinaus.“
„Obwohl das Durchschnittsalter der bei uns Beschäftigten bei 33 Jahren liegt, setzen wir auch auf ältere Mitarbeiter“, so Manager Operations Sabine Wandrey. Einerseits biete man so jenen eine Chance, die auf dem Arbeitsmarkt keine mehr hätten, andererseits sind ältere Mitarbeiter auf Grund ihrer Arbeitseinstellung, Zuverlässigkeit und Lebensreife Vorbilder in den Teams, was sich oft auch auf die jungen Mitarbeiter überträgt.
Senior im Lietzower ServiceCenter ist Lothar Streck (62) aus Sellin. Er ist seit Juli 2007 dabei und so ein „Mann der ersten Stunde“. Früher Vertriebsleiter der BHW konnte er diese Tätigkeit nach einem Schlaganfall nicht mehr ausüben. „Die Ärzte haben mir überhaupt keine Chance mehr gegeben und so wurde ich, nichtvermittelbar über die ARGE, arbeitsunfähig. Doch damit wollte ich mich nicht zufrieden geben“, erzählt er, als ich ihn an seinem Arbeitsplatz besuchte. Er hat gekämpft - und gewonnen. „Dank des Teams des D+S ServiceCenters“, fügt er hinzu, „habe ich mich wieder in das berufliche und so auch soziale Leben integrieren können.“
Obwohl er am Anfang noch nicht so überzeugt war, ob die Arbeit hier die richtige für ihn wäre. „Denn ich wollte nichts mehr verkaufen. Aber als ich hier eingearbeitet wurde, habe ich schnell festgestellt, dass ich das hier ja auch nicht tun muss“, freut sich Lothar Streck über seine damalige Entscheidung, einen Versuch hier zu wagen. „Wir sind ein Team, welches nicht nur in der Arbeitszeit zusammen hält. Wie eine große Familie treffen wir uns oft auch außerhalb unserer Tätigkeit - und das gibt Kraft“, lädt er die Rüganer ein, es ihm gleich zu tun und einmal einen Blick „hinter die Kulissen“ zu werfen.
Infotag im D+S ServiceCenterLietzow am 10. Februar
Sabine Wandrey macht hierzu ein perfektes Angebot: Am kommenden Mittwoch, 10. Februar, ab 10 Uhr können sich Interessierte nach vorheriger Anmeldung unter (0800) 7997997 im D+S ServiceCenter Lietzow über ihre persönlichen Möglichkeiten im Unternehmen informieren und sich von der Arbeit des ServiceCenters überzeugen.
Und Sabine Wandrey hat längst begonnen, ein weiteres Angebot für Rügens Saisonarbeiter zu bündeln. Wenn die Saison in Hotellerie und Tourismus vorbei ist, sind auch die Arbeitsmöglichkeiten hier beschränkt. Dies bedeutet dann für manchen Beschäftigten, zum Arbeitsamt zu gehen. „Das muss aber nicht zwangsläufig so sein“, erklärt Sabine Wandrey. „Unsere stärksten Geschäftsphasen liegen außerhalb des Sommers. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass die Saisonarbeiter aus Hotellerie und Tourismus in der Zeit, wo sie dort nicht gebraucht werden, bei uns tätig sind.“ Realisierbar wäre dies in der Form, dass Mitarbeiter aus dem Bereich Hotellerie und Tourismus mittels zweier Arbeitsverträge eingestellt werden - eben einmal bei D+S und einmal im entsprechenden Hotel oder touristischen Unternehmen. „Wir würden die Mitarbeiter so einplanen, dass sie in der Hauptsaison im Tourismus und zu unseren Hauptgeschäftsphasen im Service Center eingesetzt würden“, so Sabine Wandrey. „Das sehe ich nicht als Konkurrenz, sondern eine praktikable Möglichkeit, weg von Saisonarbeit zu kommen und in partnerschaftlichem Zusammenwirken Arbeitsplätze zu erhalten und dem Trend entgegen zu wirken, dass junge Menschen die Insel bei der Arbeitssuche verlassen.“
Für Unternehmen und auch Arbeitnehmer der Insel, die ihren Gedanken folgen können, ist sie jederzeit und gerne ansprechbereit. Schließlich gehe es hierbei um die Zukunft mit und auch für die Insel Rügen.
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