Rügen: „B96n - Fakten und Mythen ...“ ?!
Prof. Dr. Wolfgang Heun von der Bürgerinitiative „Ja zur B96n“ meldet sich zu Wort
Rambin (apf). Zum öffentlichen Verbandsabend des Verbandes Insula Rugia e.V. am 26. November zum Thema „B96n - Fakten und Mythen ...“ im Cafe „Alte Pommernkate“ in Rambin meldet sich Prof. Dr. Wolfgang Heun von der Bürgerinitiative „Ja zur B96n“ Rambin zu Wort. Er schreibt:
„Die Veranstaltung des Insula Rugia e.V. am 26. November im Bauernmarkt Rambin hat offensichtlich dazu gedient, vor allem den Widerstand der Naturschutzverbände gegen die B 96n zu verteidigen. Der Referent Herr Schäfer hat nach einer sehr ausführlichen Erläuterung der B 96n-Trasse ebenso ausführlich die Argumente von NABU und anderen Verbänden dargelegt. Die der Befürworter der B 96n fanden kaum Platz in seinem Vortrag, unsere Bürgerinitiative ’Ja zur B 96n’ Rambin wurde weder von ihm noch vom Versammlungsleiter erwähnt. In der Diskussion wurden von der Versammlungsleitung nur Fragen zugelassen. Meinungsäußerungen für die B96n waren nur durch Zwischenrufe und Durchsetzungsvermögen gegen die Versammlungsleitung möglich.
Die Versammlung hat trotz dieser Einschränkungen noch einmal die entgegengesetzten Standpunkte der Gegner und Befürworter deutlich gemacht. Den Naturschutzverbänden geht es um Klimaschutz, langfristigen Erhalt der Lebensräume von Flora und Fauna durch Einschränkung des Kraftfahrzeugverkehrs auf Rügen bis schließlich zu einer Zone, in der nur abgasfreie Fahrzeuge zugelassen werden und ein umfangreicher preislich und regional attraktiver Nahverkehr funktioniert. Das erfordert einen langen Zeitraum und schließlich staatliche Zwänge.
Uns als Bürgerinitiative geht es um eine möglichst kurzfristige und gleichzeitig nachhaltige Lösung, die die Lebensumstände von Menschen, Flora und Fauna in Rambin und darüber hinaus entscheidend verbessert und gleichzeitig dem Wirtschaftswachstum auf der Insel dient. Das erfüllt nur die B 96n in der geplanten Trasse, was auch Herr Schäfer bestätigen musste.
Wir, unsere Kinder, Enkel und Urenkel leben jetzt und wir und sie wollen nicht mehr in Lärm und Autodunst und in ständiger Lebensgefahr auf dem Schulweg aufwachsen.
Es hat sich auf dieser Veranstaltung wie auch in den Diskussionen vorher gezeigt, dass unsere Bürgerinitiative zwar viel Zuspruch aus der Bevölkerung erhält, aber bisher weder von Wirtschaftsverbänden noch von der Politik öffentlich Solidarität erfahren hat. Die Gegner der neuen Straße dagegen werden von einflussreichen Verbänden und Persönlichkeiten der Insel vertreten und unterstützt. Die Bürgerinitiative ’Ja zur B 96n’ ist guter Hoffnung, dass sie demnächst nicht mehr allein bleibt.
Vorträge und Diskussion der Veranstaltung der ’Insula Rugia e.V.’ am 26. November hat die Überzeugung der Bürgerinitiative ’Ja zur B 96n’ Rambin bestärkt, dass es keine Alternative zur B 96n gibt, wenn es um die Verbesserung des Lebens von Menschen, Flora und Fauna entlang der jetzigen B96 von Altefähr bis mindestens Samtens geht. Deshalb wird sich die Bürgerinitiative auch weiterhin für den baldigen Bau der neuen Trasse einsetzen und mit den Gruppen und Personen zusammen arbeiten, die sich das gleiche Ziel stellen. Die Forderung der Naturschutzverbände in dieser Veranstaltung, die CO2-Emission durch die Verringerung des Kraftfahrzeugverkehrs auf Rügen zu minimieren, würde neue Straßen überflüssig machen. Nach ihrer Meinung führen neue Straßen zur Erhöhung des Verkehrsaufkommens, eine Logik, der man schwer folgen kann.
Wirtschaftswachstum und das damit verbundene Transportaufkommen hat stets zu neuen und effektiveren Verkehrswegen gezwungen und geführt. Die Geschichte Rügens beweist das eindrucksvoll. Die damit verbundene zunehmende CO2-Emission sollte man nicht den Kfz-Nutzern anlasten. Hier ist die Autoindustrie schon lange in der Pflicht.
Es bliebe als Lösung die Reduzierung der Wirtschaft auf Rügen. Ob sich dafür eine Mehrheit finden würde? Und ob sich eine venezianische Regelung in absehbarer Zeit durchsetzen lässt, Rügen in eine autofreie Region zu verwandeln, darf ebenfalls bezweifelt werden.“
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