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Dieser Artikel wurde am 10. Februar 2010 um 06:19 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Rügen: 3. Klimatag - „Natürlich Rügen - Voller Energie“

Herausforderungen und neue Chancen für das Rügener Handwerk und den Tourismus

Rügen (apf). Rügen ist eine der 25 Bioenergieregionen in Deutschland. Das ist zugleich ein positives Imagemerkmal als auch Chance zukunftsträchtiger Entwicklung. Ganz besonders ist es aber eine Herausforderung für die Menschen, die auf der Insel arbeiten und leben - und auch für die hier ansässigen Unternehmen, vom Handwerk über das Gewerbe bis zum Tourismus. Die Kreishandwerkerschaft Rügen ist Träger der Bioenergieregion. Als einmalig in Deutschland stellte Landrätin Kerstin Kassner diesen Umstand am vergangenen Freitag aus Anlass des 3. Klimatages Rügen im Bergener Parkhotel heraus. Rund 130 Gäste nahmen die Möglichkeit dieses Tages wahr, sich zu ersten praktischen Ergebnissen bei der Umsetzung der Ziele der Bioenergieregion zu informieren. Schon der erste Klimatag hatte die Weichen in die Richtung gestellt, Energie- und Klimaschutz zum Entwicklungsmotor der Insel zu machen, so Kreishandwerksmeister Karl Bollman zur Eröffnung der Veranstaltung. „ Der zweite Klimatag im vergangenen Jahr war ein Meilenstein zum positiven Abschneiden im Bundeswettbewerb Bioenergieregionen. Im Ergebnis wurde dann die Koordinierungsstelle bei der Kreishandwerkerschaft eingerichtet, um Projekte zu begleiten und zu koordinieren“, erinnert Bollmann weiter.

Der Dritte Energie- und Klimatag stellte nun eine erste Bilanz des bereits Erreichten dar und gab zugleich unzählige Denkanstöße für Unternehmen und auch Insulaner. Die ersten Schritte sind gegangen und das bisher Erreichte dient als Ansporn zum Mitmachen und Nachahmen, um mit jedem weiteren Schritt dem gemeinsamen Ziel Stück für Stück näher zu kommen. Die Leitlinie sind Investitionen, Energieeffizienz, Beteiligungen, Arbeitsplätze und mehr. Vor diesem Hintergrund sind alle angesprochen, den eingeschlagenen Kurs zu unterstützten, Ideen und Initiativen anzuregen, um letztlich vereint Vorteile und Nutzen für alle Rüganerinnen und Rüganer zu schaffen.

„In einer Region, ist die Energiefrage eine Kostenfrage. In einer Tourismusregion wie Rügen kann die Energiefrage und der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen auch eine Wettbewerbsfrage sein, wenn das Interesse der Akteure vorhanden ist“, sagt Birgit Müller, seit dem 1. September vergangenen Jahres Projektkoordinatorin der Kreishandwerkerschaft für die Bioenergieregion „Natürlich Rügen - Voller Energie“. Das Konzept der Bioenergieregion Rügen beruhte zunächst auf der Koordination und Realisierung von fünf Leuchtturmprojekten: 1. Umstellung des ÖPNV Rügen auf Biogas als Kraftstoff.

  1. Erarbeitung eines neuen energetischen Abfallverwertungskonzeptes.

  2. Biogasanlage der C4 Energie GmbH & Co KG.

  3. Der Biomassehof Knyphausen will Biogas zu Erdgasqualität aufbereiten und ins Netz einspeisen.

  4. Für Hiddensee soll ein Bioenergiekonzept auf Basis von Landschaftspflegematerial entwickelt werden.

Die Verwendung regional verfügbarer Energiequellen bringt Investitionen und positive ökologische Effekte. Der Einsatz regionaler Unternehmen aus dem Handwerk schafft Arbeitsplätze. „Wer nach Rügen fährt tut etwas für die Umwelt“ sollte die Wahrnehmung der Inselgäste werden. Damit entsteht die Möglichkeit, sich gegenüber Wettbewerbsregionen abzuheben: Rügen als vorbildlicher Tourismus und Gesundheitsstandort. Dass die Insel dabei ein gutes Stück voran gekommen ist, davon konnten sich die Gäste des 3. Klimatages in verschiedenen Vorträgen überzeugen - doch auch davon, dass noch längst nicht alle Reserven angegriffen sind.

So gilt es noch mehr als bisher, dass sich die Inselunternehmen in die bestehenden Projekte einbringen und ihrerseits selbst neue Projekte entwickeln. Das schafft auch Arbeit, Lohn und Brot. Das setzt natürlich Kommunikation in großem Maße voraus. Deshalb wird durch die KH Rügen in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsverlag Putbus derzeit das Internet-Portal der Bioenergieregion Rügen (www.ruegen-voller-energie.de) erstellt. Ziel ist es, allen am Thema interessierten Unternehmen, ob von der Insel oder darüber hinaus, eine Plattform zu bieten, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Ebenso werden die Akteure der Bioenergieregion mit dieser Plattform verknüpft.