Rüganer auf Abwegen
Volleyball: Jubiläumsfahrt
Ostseebad Göhren. Sind Sie schon einmal 300 km mit dem Fahrrad an einem Tag gefahren? In Schweden beim Vätternrundan versuchen das jedes Jahr im Juni ca. 18.000 Radsportler aus über 20 Ländern. Alle zwei Minuten starten ab 20.00 Uhr jeweils 70 Fahrer in dieses Radrennen, das eigentlich kein Rennen sondern ein Radwandern sein soll. Es gibt nämlich keinen Sieger und keinen Verlierer, sondern nur Gewinner - alle, die es schaffen. Bei der ersten Tour denkt man noch ehrfürchtig über die 300 km nach, fährt verhalten, stärkt sich an vielen der perfekt organisierten Versorgungsdepots und ist unendlich glücklich, wenn man im Ziel seine erste Medaille unter dem Beifall der vielen schwedischen Zuschauer umgehängt bekommt. Doch bald kommt der sportliche Ehrgeiz durch und man versucht beim nächsten Mal eine bessere Zeit zu fahren, denn wer einmal von der Begeisterung während dieser Fahrt infiziert ist, kommt immer wieder. So waren auch in diesem Jahr wieder acht Sportfreunde vom TSV Empor Göhren, Sektion Volleyball am Start. Unter ihnen die Veteranen Olaf Neugebauer und Horst Steinbrecher. Wenn der 67jährige Horst Steinbrecher seine Bestzeit vom 11:41 Stunden aus dem Vorjahr auch nicht erreichen konnte, ist er doch optimistisch für den Kampf um die Goldmedaille (10 Umrundungen). Eine früher kaum für möglich gehaltene Leistung vollbrachte unser Cheftrainer Axel Müller, der von Start bis zum Ziel nur 9:38 Stunden benötigte, eine sagenhafte Zeit! Bemerkenswert auch die Leistung unserer einzigen weiblichen Teilnehmerin Jana Wagener. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Siggi und unserem Hauptmotivator Franco Adam kamen sie als zweite ins Ziel.
Eine beachtliche Zeit, die Siggi Wagener bei seiner ersten Tour schaffte. Anerkennung verdient auch unser beim letzten Training verletzter Harald Ott, der trotz Schmerzen tapfer die Fahrt beendete. Dabei arbeitete er noch als Lokomotive für Rieco Wilcke, der für sich eine neue Bestzeit schaffte. Rieco meinte danach, die Hauptsache ist, wir sind alle ohne Sturz, gesund und ohne Panne wieder ins Ziel gekommen.
Ein großes Dankeschön möchten wir deshalb auch Heinz Richter aus Bergen und Hans Tilly aus Göhren sagen, die unsere Räder perfekt für das Rennen vorbereitet haben. Eine Bemerkung zur Organisation des Rennens sei mir noch gestattet: ich wünschte mir, dass bei ähnlichen Veranstaltungen (z.B. Tour de Allee) so für die Sicherheit der Radsportler gesorgt wird wie in Schweden und die Autofahrer an solchen Tagen in etwa so rücksichtsvoll wie die Schwden sind. Franko Adam
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