RPNV-Wendeplatz von Serams nach Süllitz
Projekt soll Ende 2007 baulich umgesetzt sein
Zirkow (gü). Der Wende- und Umsteigeplatz für die Busse der Rügener Personennahverkehrsgesellschaft mbH (RPNV) muss weichen! Wir müssen den Standort zum Ende des Jahres 2007 aufgeben, informierte Rolf Kammann, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Kultur, während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung dieser Tage die politischen Verantwortungsträger. Teile der Flächen sind von einem Agrarbetrieb gepachtet, der jetzt selbst auf das Areal zurückgreifen möchte, so der Amtsleiter zur Begründung. Landratsamt und RPNV haben in jüngster Vergangenheit gleich sechs Varianten für einen alternativen Standort untersucht, führte Kammann weiter aus. Fündig wurde man in diesem Zusammenhang neben dem Parkplatz in Süllitz. Dieser wird von Volker Klemaschewski betrieben, der als Bürgermeister der Gemeinde nicht an der Beratung teilnahm. Der Umsteigepunkt in Serams ist für den Busverkehr im Bereich Südost-Rügen mit den Anbindungen nach Bergen auf Rügen sowie nach Sassnitz und Binz von größter Bedeutung, wie es während der Sitzung hieß. Das Landratsamt hatte in den zurückliegenden Jahren öfter den Anlauf unternommen, um auf einem gegenüberliegenden Grundstück einen neuen Umsteigepunkt zu errichten, wie Rolf Kammann einen Blick in die Vergangenheit warf. Jedoch blieb das Projekt stecken, es fehlte zudem auch das Geld. Heute ist jedoch der Druck aufgrund der ausgesprochenen Kündigung der Fläche größer, betonte er weiter. Und machte den anwesenden Gemeindevertretern klar, dass sich die Kommune am Bau des neuen Wende- und Umsteigepunktes finanziell beteiligen müsse.
Das Landratsamt sei mit der Übernahme der Planungskosten bereits involviert. Insgesamt haben erste Berechungen ein Investitionsvolumen von rund 270.000 Euro ergeben. Aufgrund der interkommunalen Bedeutung des Vorhabens erhofft sich der Landkreis eine Förderung zwischen 75 und 90 Prozent im Rahmen des so genannten Gemeindeverkehrsförderungsgesetzes (GVFG). Die restlichen Mittel seien durch die Kommune aufzubringen, rechnete Kammann den Gemeindevertretern vor. Diese wollen nach einer ausgedehnten Debatte allerdings vom ÖPNV partizipierende Gemeinden mit ins Boot nehmen. So ist in dem Beschluss neben dem Amt Mönchgut-Granitz und dem Ostseebad Binz ergänzt worden, dass auch mit den Städten Bergen auf Rügen und Sassnitz über eine anteilige Finanzierung gesprochen werden soll. Dafür sprachen sich sechs der anwesenden Abgeordneten aus, einer enthielt sich der Stimme. Um das angedachte Projekt anzuschieben, muss der Vorhaben- und Erschließungsplan (V+E) geändert werden. In dessen Rahmen ist der Parkplatz Süllitz seinerzeit erstellt worden. Die Fläche, die für vier Halteplätze für die Busse benötigt wird, umfasst in der Länge rund 100 Meter und in der Breite rund 35 Meter. Diese Abmaße von rund 3.000 Quadratmetern machen sich unter anderem auch aufgrund der Wende- und Manövrierfähigkeit der Busse nötig, wie RPNV-Geschäftsführer Rolf Rümper an diesem Abend vorrechnete. Wir haben Busse mit einer Länge zwischen 15 und fast 19 Metern im Einsatz, so Rümper.
Auf der Halteinsel sollen in der Mitte Unterstände für Fahrgäste bei schlechtem Wetter entstehen. Zudem müssen die Bordsteine behindertengerecht ausgebildet werden, damit beispielsweise Rollstuhlfahrer ohne Probleme in die Busse gelangen können. Des weiteren ist eine Regenentwässerung notwendig. Fahrradplätze, eine entsprechende Beleuchtung und Infotafeln komplettieren das Bauvorhaben. Aus Sicht der RPNV ist mit der Variante in Süllitz eine gute Lösung gefunden worden, kommentierte Rümper den vorgestellten Plan auf Nachfrage der Gemeindevertreter. In der Saison fahren täglich 90 Busse den Wende- und Umsteigeplatz an, im Winter sind es immerhin noch 50 Busse täglich, unterstrich der Geschäftsführer.
Während der Diskussion zwischen den Gemeindevertretern wurde zudem nach einer Option in Zirkow direkt gefragt. Diese konnte jedoch von Rolf Rümper ausgeschlossen werden, da sich die damit verbundenen Aufwendungen nicht nur für den Bau in punkto Fahrplan, Mehrkilometer etc. nicht rechnen ließen. Mit dem nunmehr gefassten Grundsatzbeschluss der Gemeindevertretung Zirkow wendet sich das Landratsamt an das Wirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, so Rolf Kammann zum weiteren Prozedere. Die Planungen werden jetzt auch im Amtsausschuss des Amtes Mönchgut-Granitz vorgestellt, Gespräche mit den Verwaltungen in Binz, Bergen auf Rügen und Sassnitz schließen sich an.
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