Rügener Museen wollen gemeinsam in die Zukunft gehen
Verbundarbeit soll Kräfte bündeln und öffentliche Wahrnehmung stärken
Rügen (apf). Museen auf der Insel tragen wesentlich zur Erhöhung der touristischen Attraktivität der Urlaubsdestination Rügen bei. Fungieren sie doch in erster Linie als Zeitzeugen, die es den Gästen und auch Einheimischen ermöglichen, mehr vom Werden der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kultur auf Deutschlands größter Insel zu erfahren und so eine dauerhafte Identifikation zur Region zu bewirken. Damit tragen die unterschiedlichen musealen Einrichtungen zur Stärkung des Tourismusstandortes bei. Auch deshalb erscheint es notwendig, durch koordiniertes und gemeinschaftliches Herangehen bei der Präsentation der Einrichtungen ein Mehr an Transparenz für die öffentliche Wahrnehmung besonders auch der kleinen Museen zu bewirken. Im Rahmen des LEADERplus- Projektes Kulturtourismusnetzwerk Rügen entstand vor gut einem Jahr die Arbeitsgruppe Museen. In dieser beschäftigen sich engagierte Leiter und Mitarbeiter von neun verschiedenen Museen mit dem Thema, um langfristig die finanzielle und personelle Existenz der Museen auf Rügen sichern zu können. Dies von der Idee getragen, alle Museen, die sich mit der Geschichte Rügens befassen, als ein ideelles Dezentrales Rügenmuseum mit verschiedenen Standorten zu betrachten.
Die gemeinsam erarbeiteten Ziele der AG Museen und des Museumsverbundes bestehen in erster Linie in der Stärkung der Zusammenarbeit aller Museen, die sich mit Rügens Geschichte befassen. Damit soll die langfristige Erhaltung der Museen und ihrer Sammlungen, eine Verbesserung der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit unter dem Motto Gemeinsam sind wir stark, die Förderung von Wissenschaft und Bildung, Platzierung qualitätsvoller Angebote für den Kulturtourismus, Koordinierung von Angeboten und Aktivitäten der Museen, Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen, Ausbau des museumspädagogischen Angebots für Kinder und Jugendliche, Verbesserung der Lobbyarbeit gegenüber Politik, Öffentlichkeit und Tourismusbranche sowie die Kooperation mit der Tourismusbranche und anderen Kultur- und Bildungsträgern bewirkt werden. Dies ist, wie auf der letzten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe Museen herausgearbeitet wurde, auch ein Gebot der Stunde. Denn in den zurückliegenden Jahren bleibt festzustellen, dass die Besucherzahlen stagnierten und auch zurück gegangen sind. Dies fordert die Zusammenarbeit, so Olaf Müsebeck von den Historischen Handwerkerstuben Gingst. Museumsbesucher wollen spannende Präsentationen erleben. Hauptzielgruppe ist der anspruchsvolle Kulturtourist. Deshalb kann ein wirkungsvoller Maßstab nur höchste Qualität sein. Dies erfordert zielgruppenorientierte Handlungs- und Marketingstrategien und die Auseinandersetzung mit dem Ist-Zustand in jeder einzelnen Einrichtung. Kulturpolitik sollte auch auf Rügen keine populistische oder prestigeträchtige Standort-PR sein, sondern eine Aufgabe, die mit anderen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Handlungsfeldern eng verbunden ist. Dabei geht es um komplementäre Verbindungen zwischen öffentlichen Institutionen, privatwirtschaftlichen Betrieben, bürgerschaftlichen Initiativen und Individuen für Management und Finanzierungsfragen. Entscheidender Faktor am Standort Rügen ist die Verknüpfung mit der Tourismuswirtschaft, so Stefanie Dobelstein von der LEADERplus-Geschäftsstelle, welche die Aktivitäten in der Arbeitsgruppe Museen koordiniert. Allein wird man in den kleinen Museen auf Dauer scheitern, doch im Verbund wird der Bestand der Vielfalt der Rügener Museen durch eine gemeinsame Vermarktung weitere Aufwertung erfahren können. Ein Museumsverbund bietet hierbei gute Ansätze und Voraussetzungen durch die Kooperation in bestimmten Bereichen, wie touristische Angebote, Werbekampagnen mit Wiedererkennungswert oder interne Museumsarbeit, die Arbeitsvorteile und Qualitätssteigerung ermöglichen. Wirksame Mittel eines gemeinsamen Marktauftrittes könnten ein gemeinsames Logo bzw. Qualitätssiegel (das letztendlich in der Dachmarke Rügen Eingang finden könnte), die Beschilderung (Schautafel am Eingang verweist auf alle Museen des Verbundes), Fahne mit Logo zur Wiedererkennung, ein periodisch erscheinendes Museumsjournal, gemeinsamer Internetauftritt, eine Verbundkarte sowie der effiziente Einsatz von Mitteln und Kräften sein. Dass die Zusammenarbeit auf der Grundlage eines Verbundes erfolgen sollte gewinnt auch deshalb an Bedeutung, weil die Form der Zusammenarbeit wesentlich für die inhaltliche Gestaltung ist. Eine anerkannte Rechtsform zur Akquise von Fördermitteln, Spenden und Sponsoren aufgrund der hohen finanziellen und personellen Verantwortung für ein einzelnes Museum sei dabei der sogenannte Dachverein. Es ist keine Kür, der sich die Museen der Insel im Kontext zur Schaffung von Zukunftssicherheit zu stellen haben. Es ist vielmehr auch eine Pflicht von existentieller Bedeutung. Der verantwortungsbewusste Umgang miteinander und der feste Wille, neue Wege zu beschreiten, kann hier dauerhafte Lösungen bringen. Weitere Informationen zum Thema Museumsverbund und auch zur Möglichkeit des Mitarbeitens erhalten die Museumsträger über die LEADER+ Geschäftsstelle beim Landkreis Rügen. Ansprechpartner ist dafür Stefanie Dobelstein unter der c(0 38 38) 81 32 97 oder auch per E-Mail über stefanie.dobelstein@leaderplus-ruegen.de.
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