Rügen präsentierte sich auf der ITB und hofft jetzt
Kanzlerin Merkel (CDU) warb für Urlaub in M-V / Trotz Nachfrage wirtschaftliche Probleme für Insel
Berlin/Rügen (gü). Das war sie, die 40. Internationale Tourismusbörse (ITB)! Und im Mittelpunkt stand unter anderen auch die Insel Rügen. Nach einem dreiwöchig medienwirksam geführten Kampf gegen die Auswirkungen der Vogelgrippe H5N1 genoss die Destination großes Interesse, wie Teilnehmer jetzt gegenüber dem RÜGANER ANZEIGER nach Rückkehr berichten konnten.
Die am häufigsten gestellten Fragen drehten sich erwartungsgemäß um den nunmehr eingesetzenden Alltag auf der Insel Rügen. Wie lebt es sich mit der Vogelgrippe? Die Damen und Herren der Tourismuszentrale Rügen (TZR) sowie die mitgereisten privaten Hoteliers hatten vom 8. bis 12. März alle Hände voll zu tun, um die unzähligen und teilweise auch unsinnigen Fragen zu beantworten. Dennoch sieht Raymond Kiesbye Vorteile aufgrund der hohen Medienpräsenz am Rügenstand, wie es in einer der Redaktion vorliegenden Information der TZR heißt. Die Rüganer hatten die Möglichkeit, entsprechend den Gegebenheiten die Insel Rügen als attraktives Ferien- und Erholungsziel darzustellen. Demzufolge stand H5N1 auch im Vordergrund der alljährlich stattfindenden Pressekonferenz während der Fachbesuchertage. Positives Image als Naturreise- und erlebnisziel erzeugen, hieß denn auch die Richtung, die im Vorfeld zwischen Vorstand des Tourismusverbandes und TZR abgesprochen war. Dazu sei eine Imagekampagne im Entstehen, wie TVR-Vorstandsvorsitzender Thomas Wuitschik in diesem Zusammenhang sagte. Unternehmen der Insel, Kreditinstitute und Banken sowie auch Landestourismusverband und Landesregierung wollen ein Programm erarbeiten, um dem angekratzten Ansehen von Deutschlands größter Insel wieder auf die Beine zu helfen. Dabei soll ein prominente Person federführend für die Erarbeitung und Umsetzung der Kampagne verantwortlich sein. Indirekt hat das Ferienland Mecklenburg-Vorpommern während der ITB Hilfe erhalten. Keine geringere als Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) warb auf der Tourismusmesse für einen Urlaub im nordöstlichen Bundesland. Keine Bevorzugung von Rügen in ihren, die Kanzlerin sprach deutlich von Mecklenburg-Vorpommern. Einzig allein für das Wetter könne keiner der vor Ort Handelnden etwas, betonte sie. Ob die prominente Hilfe der angeschlagenen Tourismuswirtschaft auf Rügen helfen wird, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Nachdem die Kampagne angelaufen sei, wird diese aufgrund von dann hoffentlich einsetzenden Anfragen und Buchungen gemessen werden können, beschrieb ein Hotelier eines großen Rügener Hauses seine Hoffnungen. Denn mittlerweile haben besonders kleine und mittlere Hotels und Pensionen Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit für ihre Mitarbeiter beantragt, um finanziell über die Runden zu kommen. Dazu sollen Sonderhilfen für Liquiditätsüberbrückung und großzügige Erlasse seitens des zuständigen Finanzamtes beitragen, den entstandenen Schaden (Umsatzverluste in Millionenhöhe sind zu verzeichnen - Anm. d. Red.) zu begrenzen. Wenn die ITB dazu beigetragen hat, besonders in Deutschland den Eindruck eines sicheren Urlaubs auf Rügen zu vermitteln, haben wir einen Anfang gemacht, betont ein Zimmervermittler.
« Nächster Artikel
Der undramatische neue Alltag mit der Vogelgrippe auf Rügen
Vorheriger Artikel »
PDS-Basis wurschtelt sich durch Großkreis-Kompromiss
